Verdichter mit weltgrößter Durchflussrate

Verdichterstränge
Neue Verdichterstränge können jeweils 700.000 Kubikmeter Luft pro Stunde auf 2,4 bar verdichten

In China wird mit einer neuen Form von Verdichtern Propylen als Ausgangsstoff für Kunststoffe produziert.

China hat – wie ganz Asien – einen steigenden Bedarf an Kunststoffen und damit an Propylen. Mit dem Bau von PDH(Propan- Dehydrierungs-)Anlagen deckt es den Bedarf und entwickelt zugleich eine Industrie zur Weiterverarbeitung von Erdgas. Effiziente Verdichter sind für den Prozess von großer Bedeutung. Bisher wird Propylen hauptsächlich zusammen mit Ethylen beim Cracken von Erdöl in Raffinerien gewonnen. Da der Bedarf an Propylen aber stärker steigt als der Bedarf an Ethylen, wird die gezielte Herstellung von Propylen immer wichtiger. Der Prozess mit der höchsten Selektivität von über 85 Prozent für Propylen basiert auf der Catofin-Technologie des US-Unternehmens CB&I Lummus. Hier wird Propylen durch Dehydrierung, also die Reduktion des Wasserstoffanteils von Propan, in einem Katalysatorprozess hergestellt. Das Propangas stammt üblicherweise aus Erdgas.

Verdichter liefern Luft für Dehydrierung
Beim Catofin-Prozess muss im Wechsel mit der Dehydrierungsreaktion der Katalysator immer wieder mit komprimierter, erwärmter Luft aufgeheizt und regeneriert werden. Diese Luft stellen in der neuen Anlage zwei Siemens-Verdichterstränge zur Verfügung. Solche Axialverdichter wurden bisher in Hochöfen oder Raffinerieprozessen verwendet. In dem Projekt im chinesischen Bohai werden die Verdichter  nun zum ersten Mal in einer Propan-Dehydrierungs-Anlage eingesetzt. Sie können jeweils 700.000 Kubikmeter Luft pro Stunde auf 2,4 bar verdichten – das ist die höchste Durchflussrate weltweit. Neu ist außerdem die Kombination eines Axialverdichters mit einer Gasturbine. Gasturbinen bieten sich bei der chinesischen Anlage als Antrieb an, weil sie mit Propangas aus der Anlage ebenso wie mit Erdgas aus einer Pipeline betrieben werden können. Sowohl Gasturbinen als auch Axialverdichter haben einen hohen Wirkungsgrad. Daher ist die Kombination der beiden Systeme sehr effizient. Die Anlage mit einer Kapazität von 600.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr ist das erste Propan-Dehydrierungs-Projekt (PDH) Chinas und wird von der chinesischen Tianjin Chemical Industry Group Co. betrieben, einem auf Kunststoffverarbeitung spezialisierten Chemieunternehmen.

Weitere Informationen
Siemens Energy

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