Autofenster 2.0
Die hinteren Autofenster werden bei General Motors gegen Displays getauscht, um Kinder zu unterhalten.
Wer hat sie nicht selbst gesprochen, wer hat sie noch nicht gehört, die geflügelten Kinderwörter: "Papa wann sind wir endlich da. Es ist schon so fad." Autofahrten haben für Kids auch im Zeitalter der mobilen DVD-Player nicht unbedingt an Reiz gewonnen. Doch das könnte sich jetzt ändern – wenn es nach General Motors geht. Der US-Autoriese hat ein Projekt namens "Windows of Opportunity" ins Leben gerufen, bei dem die hinteren Autofenster eines Pkw gegen transparente, interaktive Displays ausgetauscht werden. Und noch besser: Forscher am „Future Lab“ der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem haben dafür jetzt die ersten vier Apps entwickelt, die die jungen Passagiere unterhalten oder informieren sollen.
Damit Kinder das gefürchtete „backseat bordedom“ gar erst nicht erst überkommt, können sie zum Beispiel dank „Foofu“ am imaginär beschlagenen Autofenster herummalen oder sich von "Otto" die Umgebung erklären lassen. Otto, eine Art Fluginsekt, das sich via „augmented reality“ passend zu Geschwindigkeit des Pkw und Blickwinkel des Autoinsassen bewegt, könnte dem Fahrer die Aufgabe abnehmen, den Kleinen zu erklären, was es in der vorbeiziehenden Landschaft zu entdecken gibt. Und: Durch die smarte Umsetzung im Tempo des Fahrzeugs soll auch keinem schlecht werden.
„Spindow“ nennt sich die dritte Applikation. Dabei wird die Realität hinter dem Autofenster mit der Perspektive, die ein anderer Windows-of-Opportunity-Nutzer gerade irgendwo auf der Welt sieht, überblendet. Doch Vorsicht: Das klingt nach potentiellem Magenumdreher für sensible Mitfahrer, die gern den Horizont vor Augen haben. „Pond“ schließlich erlaubt eine spontane Vernetzung mit Autos in der Umgebung: Man kann sich Botschaften auf die Scheibe kritzeln oder Musik austauschen.
Wann die spaßigen Scheiben serienmäßig in Opel-Modelle eingebaut werden, lässt GM leider noch offen. Bis zum nächsten Urlaub dürfte es sich nicht ausgehen.