Neue Diagnoseverfahren

Mit Magnetresonanzverfahren Einblick in die Achillessehne erhalten.
Mit neuen Verfahren feststellen, ob Sportler gefährdet sind, einen Achillessehnenriss zu erleiden.

Hochfeld-Magnetresonanz erkennt Achillessehnen-schädigungen in frühem Stadium

Am Exzellenzzentrum für Hochfeld-Magnetresonanz der Meduni Wien am AKH konnte mit zwei neuen Verfahren ein Einblick in die biochemische Struktur der Achillessehne gegeben werden, was mit der konventionellen MRT-Untersuchung nicht möglich ist. Frühere biochemische Analysen haben gezeigt, dass Achillessehnen-Tendinose – die Verletzung der Sehne auf zellulärer Ebene – mit der Änderung der biochemischen Zusammensetzung und insbesondere mit dem Anstieg des Proteoglykangehalts einhergeht. Durch die am Ultra-Hochfeld-MRT der MedUni Wien mögliche Natriumbildgebung kann die Natriumkonzentration in der Sehne quantifiziert werden, die in direktem Zusammenhang mit dem Proteoglykangehalt steht, der über den Zustand der Sehne Aufschluss gibt. „Eine hohe Natriumkonzentration lässt auf eine spätere Schädigung schließen. Die Sehne ist krank“, sagt Juras, der zur ForscherInnen-Gruppe von Siegfried Trattnig am MR-Exzellenzzentrum gehört, wo ein 7 Tesla Magnetresonanztomograph von Siemens im Einsatz ist. Die Gruppe ist weltweit führend in der Entwicklung und klinischen Anwendung biochemischer Magnetresonanz-Techniken im Muskel-Skelettsystem.

Folgeschäden vermeiden

Die zweite an der MedUni entwickelte Methode ist das so genannte T2*-Mapping der Achillessehne. Juras: „T2* ist ein MRT-Parameter, der das Verhalten der Wassermoleküle in gewissen Umgebungen reflektiert und in den Sehnen hundertmal kürzer ist als zum Beispiel im Knorpel. Falls sich die Struktur oder die Menge der Kollagenfasern ändert, ist T2* für diese Änderungen empfindlich.“ Eine Schädigung dieser Fasern kann zum Riss der Achillessehne führen. Mit dem T2*-Mapping können Veränderungen dieser Fasern frühzeitig erkannt werden.

Beide Methoden werden an der MedUni am AKH Wien vor allem in der Rehabilitation von PatientInnen nach einem Achillessehnenabriss und Operation angewendet, um Folgeschäden ausschließen zu können. Möglich sind aber auch präventive Ansätze. Juras: „Zum Beispiel wäre es für eine Fußballmannschaft spannend zu sehen, ob Spieler gefährdet sind, einen Achillessehnenriss zu erleiden.“

Service: Radiology und Magnetic Resonance in Medicine
Sodium MR Imaging of Achilles Tendinopathy at 7 T: Preliminary Results.“ V. Juras; S. Zbyn; C. Pressl; S. Domayer; J. Hofstätter; M. Mayerhofer; R. Windhager; S. Trattnig; Radiology, 2012 Jan;262(1):199-205.
Regional Variations of T2* in Healthy and Pathologic Achilles Tendon In Vivo at 7 Tesla: Preliminary Results.” V. Juras; S. Zbyn; C. Pressl; L. Valkovic; P. Szomolanyi; I. Frollo; S. Trattnig, Magnetic Resonance in Medicine, In Press.

 

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