Mi, 23. Juli 2014

Auf den ersten Blick sieht das Projekt „Rosa Zukunft“ in der Rosa-Hofmann-Straße in Salzburg wie jede andere moderne Wohnanlage aus – 130 Wohnungen verteilen sich auf sechs Baukörper. Ihre Besonderheit versteckt sich im Inneren, in der thermischen Energiezentrale. Diese steuert die gesamte Energieversorgung der Anlage und ist mit dem Energiemanagementsystem von Siemens, erweitert durch einen „Building Energy Agent“ ausgestattet.

„SmartGrid-fähig heißt, möglichst viel Flexibilität für Versorgungsnetze zu bieten“, erklärt Mike Pichler von der Gruppe „Industrial Network Austria“ von Siemens Corporate Technology. Thermische Systeme im Gebäude, wie Raumheizung oder Klimatisierung, ermöglichen den Energiebezug zeitlich zu verlagern und an die Erzeugung anzupassen. In der Rosa Zukunft wird Flexibilität durch einen besonders großen Pufferspeicher erzielt, der 90.000 Liter fasst und vom Keller bis in den 5 Stock reicht. Als Wärmeerzeuger dienen eine Erdwärmepumpe, ein Biogas-Blockheizkraftwerk und ein Fernwärmeanschluss.

Der Building Energy Agent kommuniziert mit dem übergeordneten Netzmanagement und empfängt Preiskurven für den nächsten Tag. Ist der Strompreis günstig, schaltet sich die Wärmepumpe ein und nützt neben der Erdwärme auch den günstigen Strom, um den Wasserspeicher mit Wärme zu versorgen. Ist der Pufferspeicher voll, kann er im Winter die gesamte Anlage bis zu zwei Tage lang mit Energie versorgen.

Auf diese Weise optimiert sich das Gebäude selbst, zum Vorteil aller Beteiligten. „Der Gebäudebetreiber profitiert von finanziellen Vorteilen und der Netzbetreiber kann das Angebot von erneuerbaren Energiequellen optimal aussteuern“, betont der Smart Grid-Experte Pichler.

Energie-Info über Smart Phone

Vorausschauende Planung spielt aber auch für smarte KundInnen eine große Rolle. Seit April 2014 läuft in der Rosa-Hofmann-Straße ein Feldversuch, in dem 35 Wohnungen mit einem „Smart Cockpit“ ausgestattet wurden. Dabei handelt es sich um eine App, die eine Analoguhr anzeigt. Auf dieser ist der prognostizierte Strompreis für die nächsten zwölf Stunden als roter, gelber oder grüner Farbstreifen erkenntlich. Die NutzerInnen haben so die Möglichkeit, Haushaltstätigkeiten in preisgünstige Phasen zu verschieben.

Um Smart Grid-Technologien erlebbar und angreifbar zu machen, wurde in der Energiezentrale zudem ein Schauraum eingerichtet, der für BesucherInnen offen steht. „Hier kann man die Funktionalitäten des Smart Cockpit in einem realen Versuchsaufbau ausprobieren. Mit diesem Projekt haben wir die Möglichkeit, zukünftige Lösungen in der Gebäudeautomation schon heute unseren Kunden zu präsentieren“, so Erich Lindner, Leiter von Siemens Building Technologies in Salzburg.

Weitere Informationen
Smart Grids Salzburg