Mo, 12. Jänner 2015

Autodächer, Häuser, Gartenmöbel, Flügel von Flugzeugen – so gut wie jede Fläche, die Sonnenlicht ausgesetzt ist, kann jetzt zum Solarpanel werden. Das versprechen zumindest Wissenschaftler der Universität von Toronto rund um ihren Teamleiter Illan Kramer. Er veröffentlichte jetzt in mehreren Fachzeitschriften sein Konzept des Solarzellen-Sprays.
Die sprühbaren Solarzellen bestehen aus lichtempfindlichen Nanokristallen, den sogenannten „Colloidal Quantum Dots“ (CQD). Sie müssen nur auf eine flexible Folie aufgetragen und an eine Batterie oder einen anderen Stromspeicher angeschlossen werden. Laut ersten Berechnungen der Hersteller soll etwa ein Autodach mit CQD-beschichteter Folie genug Energie erzeugen, um drei 100-Watt-Glühbirnen zu betreiben. Kramer und sein Team nennen ihre Entwicklung, sprayLD, in Anlehnung an den Herstellungsprozess Atomic Layer Deposition, kurz ALD. Dabei werden Materialien sehr schnell in verschiedenen Schichten aufgetragen, die jeweils nur ein Atom breit sind.

sprayLD ist schnell und billig

Bisher konnten CQD-Oberflächen nur durch eine langsame und teure Vorgehensweise hergestellt werden. Stattdessen wird mit sprayLD die Flüssigkeit, die CQDs enthält, direkt auf die Oberflächen gesprüht. Der größte Vorteil der kanadischen Sprüh-Solarzelle ist ihre billige und rasche Herstellungsweise. Die Anlage zum Auftragen der Solarzellen kann sich jeder selbst nachbauen – mit einer normalen Sprühdüse und Luftbürsten. Der Inhalt der Dose mit seinen Partikeln soll ebenfalls nur wenige Euro kosten, erreicht aber derzeit auch nur einen Leistungsgrad von etwa acht Prozent. Herkömmliche Solaranlage wandeln dagegen 15 bis 20 Prozent des Sonnenlichts in Strom um. Das wollen die kanadischen Tüftler noch ändern. Sie rechnen damit, dass sprayLD in fünf bis zehn Jahren seine volle Marktreife erlangt.

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News der University Toronto