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Pflanzenpower

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16. Dezember 2015
Forscher der Universität Wien wollen mit gezieltem Einsatz von Pflanzen den Abbau von Asbest beschleunigen

Asbestzement galt seit seiner Erfindung in Österreich im
19. Jahrhundert als architektonisches und technisches Wundermaterial. Erst seit den 1980er Jahren führten Untersuchungen über die stark krebserregenden Eigenschaften von Asbest zu Verboten der Nutzung des Materials. Ein internationales Forschungsteam rund um Stephan Krämer vom Department für Umweltgeowissenschaften der Universität Wien untersucht nun den sicheren Umgang mit dem gesundheitsschädlichen Stoff - beim Abbau könnte der gezielte Einsatz von Pflanzen eine erhebliche Rolle spielen. Genau wie der Werkstoff selbst, galten Asbestzementabfälle aus der Produktion lange als unbedenklich und wurden entsprechend sorglos deponiert oder als Recyclingmaterial im Bau eingesetzt.

Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass besonders diffuse Belastungen schwer sanierbar sind. Diese entstehen zum Beispiel, wenn Asbestabfälle durch landwirtschaftliche Bodenbearbeitung fein verteilt werden. Auf dieser Erkenntnis aufbauend untersucht nun ein internationales Forschungsteam um Stephan Krämer und Walter Schenkeveld von der Arbeitsgruppe für Umweltgeochemie der Universität Wien, wie schnell die natürliche Verwitterung von Asbest zur Selbstreinigung kontaminierter Böden führen kann und ob dieser Prozess durch gezielten Einsatz von Pflanzen beschleunigt wird.

Unkonventioneller Forschungsansatz

"Im Gegensatz zu toxischen Metallen wie Quecksilber, an dem wir auch arbeiten, sind die Verwitterungsprodukte von Asbest ungefährlich", erklärt Martin Walter, uni:docs-Doktorand in diesem Projekt. "Wir können zeigen, dass Pflanzen und Bakterien die Verwitterungsgeschwindigkeit von Asbest in Böden beschleunigen. Dabei wird außerdem die Freisetzung von sogenannten 'Radikalen', also Substanzen, die bei asbestinduzierten Krankheiten eine wichtige Rolle spielen, vermindert", ergänzt Walter Schenkeveld, der bereits als Umweltberater mit der holländischen Asbestabfallproblematik wertvolle Erfahrungen gemacht hat. "Da die problematische Asbestkontamination von Boden vermutlich auch hierzulande an Bedeutung gewinnen wird, sichern diese Arbeiten einen wichtigen Forschungsvorsprung für Österreich", so Stephan Krämer abschließend.

Quelle: Universität Wien