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Der eFlyer von Bye Aerospace hatte im Frühjahr 2019 seinen Erstflug mit einem Siemens-Motor und soll demnächst in Serie gehen.

Flugzeug der Zukunft - Teil 3

1 Min. Lesezeit
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31. Juli 2019
Internationale Entwicklungspartner und Kunden von Siemens eAircraft.
Elektromotoren ermöglichen bereits heute elektrisches Fliegen im Sport- und Trainingsflugbereich. So hatte im Frühjahr 2019 der eFlyer des amerikanischen Herstellers Bye Aerospace seinen Erstflug mit einem Siemens-Motor. Das Flugzeug strebt die Zertifizierung durch die Bundesluftfahrtbehörde der USA (FAA) an und soll in Serie gehen. Auch der deutsche Hersteller Flight Design hat mit seinem elektrischen Zweisitzer F2e Ende Mai mit einem Siemens Antriebssystem erfolgreich erste Testflüge absolviert. Das Flugzeug stellt die Grundlage für die Kommerzialisierung zukünftiger Nachfolgemodelle von Flight Design dar. Hersteller wie RS aero und smartflyer integrieren ebenfalls Siemens-Motoren in ihre neuen hybrid-elektrischen Kleinflugzeuge.
  • Der elektrische Zweisitzer F2e hat erfolgreich erste Testflüge mit dem Siemens-Antriebssystem absolviert.
    Siemens
    Der elektrische Zweisitzer F2e hat erfolgreich erste Testflüge mit dem Siemens-Antriebssystem absolviert.

Parallel-hybridelektrisch, seriell-hybridelektrisch

Gemeinsam mit Tecnam und Rotax arbeitet Siemens im Rahmen eines durch die EU geförderten H2020-Projektes an einem parallel-hybridelektrischen Antriebssystem für die 4-sitzige P2010. Das Innovationsbündnis IBEFA (Innovationsbündnis für die Entwicklung emissionsarmer Flugantriebe in der südöstlichen Metropolregion Berlin-Brandenburg) entwickelt gemeinsam mit Siemens und APUS einen Technologieträger mit bis zu sieben verteilten Antrieben und verspricht sich davon besonders leises und effizientes Fliegen. Dass seriell-hybride Antriebsarchitekturen mit mehreren E-Motoren technisch möglich sind, bewies Siemens bereits im Oktober 2018 mit dem Partner Diamond Aircraft: Eine umgerüstete DA40 landete sicher nach einem Erstflug mit zwei verteilten Elektromotoren.  

Alternative Energiequellen

Hybrid-elektrische Antriebssysteme ermöglichen auch die Kombination von Elektromotoren mit alternativen Energiequellen. Im Flugzeugkonzept APUS i-2 werden zwei Siemens SP70D Elektromotoren ihre Energie beispielsweise aus einer Brennstoffzelle beziehen. Das viersitzige Flugzeug soll völlig emissionsfrei fliegen. Ein weiteres Konzept, das die Vorteile von E-Antrieben ausnutzt, ist die neunsitzige, batteriebetriebene Eviation Alice: ein Flugzeug für Pendler-Flüge bis etwa 1.000 km Distanz, angetrieben von drei Siemens 260 kW-Motoren und passenden Invertern. Eviation plant den Erstflug noch dieses Jahr und könnte nach erfolgreicher Zertifizierung ein völlig neues Geschäftsfeld der Luftfahrt erschließen.
Weitere Informationen:
Serie Siemens eAircraft Teil 1 Serie Siemens eAircraft Teil 2 Serie Siemens eAircraft Teil 4 Siemens eAircraft ist ein firmeninternes Start-Up mit rund 180 Mitarbeitern, das elektrische und hybrid-elektrische Antriebssysteme für die Luftfahrt entwickelt. In Zusammenarbeit mit Partnern wie Airbus entstehen an den Standorten München, Erlangen und Budapest Prototypen für Antriebssysteme von unter hundert bis mehreren tausend Kilowatt. Siemens erforscht und entwickelt bereits seit rund zehn Jahren elektrische Antriebe für Flugzeuge und konnte dabei mehrere Rekorde aufstellen. Im Juni 2019 haben Siemens und Rolls-Royce eine Vereinbarung über den Verkauf der eAircraft-Einheit von Siemens unterzeichnet. Das Geschäft mit elektrischen und hybrid-elektrischen Antriebssystemen für Flugzeuge wird deutlich bessere Wachstumsperspektiven mit einem neuen Eigentümer haben, der eng mit der Luft- und Raumfahrtindustrie verbunden ist. Der Abschluss der Transaktion unterliegt den üblichen Bedingungen und wird für Ende 2019 erwartet.