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Bis 2022 sollen alle 15 öffentlichen Gebäude in den vier Ortschaften umweltfreundlich und im Sinne der Klimaschutzziele des Landes Tirol beheizt werden.

Eine Gemeinde macht sich energiefit

3 Min. Lesezeit
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26. Februar 2019
Der Tiroler Ort Wildschönau will bis 2022 alle öffentlichen Gebäude umweltfreundlich beheizen.

Die Wildschönau in den Kitzbüheler Alpen zählt zu einem der größten Tourismuszentren der Region. Und die Gemeinde hat ein großes Ziel: Bis 2022 will sie alle öffentlichen Gebäude umweltfreundlich beheizen, und dabei hilft Siemens Building Technologies. Wir haben uns die Projekte angeschaut. Der Nebel hängt tief in das Tal an diesem Freitagvormittag. Über der Nebeldecke, das kann man ein bisschen erkennen, steht die Sonne hoch und hell über den Kitzbüheler Alpen. Wir sind in der Wildschönau, einer auf den ersten Blick ganz normalen Tiroler Gemeinde. Die Häuser sind in den Hang gebaut, oft bestehen sie zur Hälfte aus urigem, altem Holz. Es gibt Sportgeschäfte mit Skibrillen in der Auslage und natürlich Hotels, die das Wort „aktiv“ im Namen tragen oder Almhof oder Schneerose heißen. Aber die Wildschönau ist trotzdem ein bisschen anders. Die Gemeinde hat sich nämlich dem Umweltschutz und der Energieeffizienz verschrieben. Und das nicht erst seit man begonnen hat, intensiv darüber zu debattieren, und auch nicht erst seit dem Klimaabkommen von Paris. „Bei uns im Dorf ist dieses Thema schon lange präsent, der Prozess schon länger im Gang, wir arbeiten seit fast 20 Jahren in diese Richtung“, sagt Vizebürgermeister Norbert Moser. Im Jahr 2000 wurde eine bäuerliche Heizgenossenschaft gegründet, dadurch konnte die Gemeinde Schritt für Schritt von fossilen Energieträgern wegkommen. Ihr ambitioniertes Ziel: Bis 2022 sollen alle 15 öffentlichen Gebäude in den vier Ortschaften umweltfreundlich und im Sinne der Klimaschutzziele, die das Land Tirol mit dem Projekt „Tirol 2050“ ausgegeben hat, beheizt werden.

  • Siemens

Vorreiter in Energie und Umwelt

Der Nebel ist aufgerissen und die Sonne strahlt durch die gläserne Türe der Volksschule. Im kleinen Vorraum hängt an einer Pinnwand ein übergroßes Puzzle. Den Gang entlang rechts befindet sich dann das, was hier neu ist: der Steuerungs- und Heizraum des Gebäudes. „Im August 2018 haben wir die alte Erdölfeuerungsanlage auf eine Holzpellets-Heizung umgestellt“, erklärt Clemens Stern, Projektleiter von Siemens, der gemeinsam mit Norbert Moser den Umbau in der Schule plante. Außerdem wurde eine dem Stand der Technik entsprechende Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik mit Fernzugriff verbaut und die gesamte Beleuchtung in der Schule auf LED umgestellt. Der Vizebürgermeister, der gleichzeitig auch der Obmann des Bauausschusses der Gemeinde ist, steht in dem kleinen Raum, die Pellets rascheln leise durch den Zulauf in den Heizkessel. „Es sind nicht mehr viele Gebäude, die wir umstellen müssen, nur noch drei sind übrig“, sagt er zufrieden. Vor einiger Zeit wurde beispielsweise auch begonnen, die Straßenbeleuchtung auf LED umzustellen. Als Gemeinde ginge das aber nur in Etappen, step by step, sagt Moser. In den Schulen und Kindergärten seien es 30 Prozent weniger Energiekosten, die seit den Adaptierungen anfallen, bei der Straßenbeleuchtung sogar 40 Prozent. Die Gemeinde will, sagt Norbert Moser, so etwas wie ein Vorreiter sein: „Wir tragen unser Engagement deswegen aktiv nach außen, wollen Bewusstsein schaffen und unsere Leute motivieren, auch bei ihnen zu Hause in diese Richtung zu gehen.“ Die Gemeinde tut das jedenfalls weiter. Für die Zukunft ist laut Moser einiges geplant: Neben dem Gemeindeamt, das gerade umgebaut und modernisiert wird, sollen auch der Kindergarten und die Volksschule in Thierbach in Angriff genommen und dem Altenwohnheim eine Photovoltaikanlage verpasst werden. Auch Siemens soll, so der Plan, in diesen Projekten wieder seinen Teil beitragen.

Es hat wieder zugezogen über der Wildschönau, und fährt man die Hauptstraße zurück, entdeckt man hier und da auch an Privathäusern Solarpaneele. Bis 2022 wollen jedenfalls Norbert Moser und der restliche Gemeinderat alles abgeschlossen haben, was sie sich zum Thema Energieeffizienz für die Wildschönau vorgenommen haben. Dann steht nämlich die nächste Wahl vor der Tür.