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Siemens modernisiert Brandmeldesysteme zum Schutz der Feldschlösschen-Brauerei in der Schweiz.
Gebäude
3 min

Optimaler Schutz für Brauerei mit Tradition

Zahlreiche Brandmeldesysteme zum Schutz der Feldschlösschen-Brauerei in der Schweiz werden modernisiert.

Bier zu brauen ist ein energieintensives Geschäft – mit entsprechend hoher Brandgefahr. Um die Verfügbarkeit seiner Produktionsanlagen jederzeit sicherzustellen, hat sich das Schweizer Unternehmen Feldschlösschen deshalb für eine Brandschutzlösung der Siemens-Division Building Technologies entschieden: Das Brandschutzsystem Sinteso gewährleistet eine punktgenaue Branddetektion und Echtzeit-Alarmierung bei gleichzeitig unerreichter Täuschungssicherheit.
Das Unternehmen Feldschlösschen ist mit rund 1.200 Mitarbeitern die führende Brauerei und größter Getränkehändler der Schweiz. In Rheinfelden im Kanton Aargau gelegen, gilt der Hauptsitz als eine der schönsten Brauereien weltweit. 1876 gegründet, umfasst die schlossartige Anlage im neogotischen Stil ein Dutzend Gebäude, die im Zuge der stetigen Ausweitung der Produktion nach und nach errichtet wurden. Die Biermarke „Feldschlösschen“ hat in der Schweiz eine lange Tradition.
Die Produktionsumgebung in der historischen Brauerei stellt besonders komplexe Anforderungen an den Brandschutz: In den großen Räumen mit Deckenhöhen von 5 bis 7 Metern kommt es zu Hitze-, Rauch- und Staubentwicklung. Diese Störgrößen erfordern Brandmeldeanlagen mit anwendungsspezifischen Spezial-Meldern. „Von allen Risiken hier in der Brauerei ist Feuer das größte. Die Vermeidung von Bränden hat für uns höchste Priorität: Zum einen geht es dabei um den Schutz von Mitarbeitern und Infrastruktur. Zum anderen um die Vermeidung von Betriebsunterbrechungen“, so Braumeister Bruno Born. Und er ergänzt traditionsbewusst: „Diesen Ort hat es schon gegeben, ehe wir geboren wurden.  Es ist ein perfekter Ort. Ihn zu erhalten ist deshalb unsere größte Verpflichtung – für heute, für morgen und für die nächsten 140 Jahre.“
Detektionsverfahren, die in Standardumgebungen wie Büros oder Hotels gute Ergebnisse bringen, wären bei den rauen Bedingungen in der Feldschlösschen-Brauerei allerdings nicht geeignet. Bei einer anstehenden Modernisierung des Brandschutzsystems entschied sich der Getränkehersteller aufgrund der Komplexität der Aufgabe deshalb wieder für Siemens. Um die neue Technik einsetzen zu können, wurde zunächst das Brandschutzkonzept überarbeitet. Alle Beteiligten – der Errichter, die Werksfeuerwehr, ein Brand-Sachverständiger, der Versicherer und Siemens – saßen dazu immer wieder an einem Tisch, um zu analysieren und zu planen.

Leistungsfähiges Peripherie-Netzwerk

Aufgrund der unübersichtlichen Produktionsumgebung schlug Siemens ein Netz von Sinteso-Zentralen vor. Sie bieten umfassende Vernetzungsfunktionalitäten und basieren auf einer modularen, flexiblen System-Architektur. Die dezentralen Einheiten sind in ihrer Ausbaufähigkeit unbegrenzt – wodurch sich zukünftige Erweiterungen der Produktionsstätte in Rheinfelden leicht integrieren lassen. Schon jetzt sind nicht nur die Brauerei, sondern auch ein zugehöriges Oldtimermuseum mit wertvollen Fahrzeugen und ein Pferdestall in die System-Architektur eingebunden.
Auf der Feldebene arbeitet das Brandschutzsystem mit leistungsfähigen Sinteso-Meldern. Aber auch die neueste Brandmeldergeneration ist nur so leistungsfähig wie das Kommunikationsnetz, das die Peripherie mit der Zentrale verbindet. Sollte es etwa bei Annahme, Lagerung und Schroterei des Feldschlösschen-Malzes – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen – aufgrund der Staubentwicklung zu einer Explosion kommen, garantiert das speziell für Sinteso-Brandmelder entwickelte Peripherie-Netzwerk FDnet höchste Übertragungssicherheit und schnelle Kommunikation mit der Brandmeldezentrale. Diese ist auf die Werksfeuerwehr und zugleich auf die Leitstelle der Feuerwehr Rheinfelden aufgeschaltet. Betriebsrelevante Einrichtungen werden zudem durch automatische Siemens Gaslöscheinrichtungen geschützt.
Bei der Auswahl der Brandmelder wurde insbesondere darauf geachtet, dass sie ausreichend empfindlich gegenüber einem breiten Spektrum von möglichen Bränden sind. Selbst leistungsfähigste Punktmelder können einen Brand nur detektieren, wenn die zu untersuchenden Partikel in ausreichender Menge zu den Sensoren gelangen. Dies ist bei überdurchschnittlichen Raumhöhen nicht zuverlässig gegeben. Außerdem ist die Wartung der Melder dort erschwert.

Täuschungssichere Branddetektion

Rauchentwicklung, Staub, Dampf, Hitze, Temperaturschwankungen: In der industriellen Produktion sind Brandmelder mit vielen Störgrößen konfrontiert. Ein falscher Alarm hat jedoch beträchtliche Auswirkungen: Die Feuerwehr wird automatisch alarmiert und alle Personen im Gebäude müssen evakuiert werden. Brandfallsteuerungen unterbrechen die Produktion, schalten Maschinen ab und lassen Aufzüge an definierten Haltepunkten stoppen. Um Täuschungseinflüsse zuverlässig ausschließen zu können, hat Siemens für besondere Anforderungen an das Detektionsverhalten von Brandmeldern spezielle Lösungen entwickelt. Tausende reproduzierbare Brandversuche und Tests mit Störgrößen bilden die Basis der patentierten ASAtechnology (Advanced Signal Analysis). Sie ermöglicht eine zuverlässige, täuschungssichere Branddetektion selbst unter schwierigsten Bedingungen. Dafür zerlegen die Brandmelder der Sinteso S-LINE die von den Sensoren erfassten Signale mithilfe von Algorithmen in mathematische Komponenten und vergleichen sie mit programmierten Vorgaben. Als Resultat liefert der Melder das entsprechende Gefahrensignal. Über die zuverlässige Erkennung von Störgrößen hinaus zeichnet sich die ASAtechnology durch die Echtzeit-Interpretation der Situation aus. Der jeweils gewählte ASA-Parametersatz wird dynamisch beeinflusst. Das bedeutet: Der Melder reagiert im Falle eines Feuers empfindlicher, im Falle einer Täuschung robuster. Das Resultat ist eine exakte Branddetektion bei gleichzeitig bisher unerreichter Täuschungssicherheit.

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