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von Siemens Österreich

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Die Beleuchtung von Räumen trägt viel zur Atmosphäre bei: Gerade bei Verkaufsflächen ist das Licht ein wesentlicher Bestandteil der Präsentation und Inszenierung von Produkten.

Schöner Schein

3 Min. Lesezeit
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02. Mai 2018
Mit neuem Beleuchtungskonzept erstrahlt das Kaufhaus Jelmoli in Zürich in frischem Licht und spart dabei Energiekosten.

Worauf es bei der perfekten Inszenierung von Produkten ankommt, zeigt die neue Beleuchtung des luxuriösen Kaufhauses Jelmoli in Zürich. Sie rückt die Waren ins beste Licht und braucht dabei fast  zwei Drittel weniger Energie als die alten Lampen.
Bei der Beleuchtung von Verkaufsflächen gibt es sehr unterschiedliche Philosophien. Einige Ladenbesitzer wählen bewusst ein dunkles Setting, in dem sich gezielt Lichtakzente setzen lassen. Andere präsentieren ihr Sortiment lieber in strahlendem Licht.

Unbestritten ist, dass die Beleuchtung die Stimmung eines Raums prägt. Einfluss auf die Atmosphäre hat nicht nur die Helligkeit. Mindestens so wichtig ist die Farbtemperatur, die in Kelvin angegeben wird: Warmes Licht mit einem relativ hohen Rotanteil – und einer tiefen Kelvinzahl – wirkt warm und behaglich. Im  heimischen Wohnzimmer beispielsweise ist warmweißes Licht deshalb sehr beliebt. Kühlere Farbtemperaturen – mit einer höheren Kelvinzahl – wirken anders: Sie erzeugen eine sachlichere Atmosphäre, die der Aufmerksamkeit förderlich ist.

Das Spiel mit Licht und Farbe gehört zum Standardrepertoire eines professionellen Beleuchtungsplaners. Seinen Ursprung hat das Handwerk im Theater. Nicht von ungefähr spricht man von Inszenierungen, wenn es um die Beleuchtung von Waren geht. „Im Wesentlichen kommen auf Ladenflächen die gleichen Prinzipien zum Einsatz wie bei der Bühnenbeleuchtung“, sagt Andreas Hartwig, Beleuchtungsplaner bei Siemens. Doch es gibt einen gewichtigen Unterschied: Während das Geschehen auf einer Theaterbühne in der Regel einen klaren Fokus hat, setzt die schiere Menge an Produkten in einem Warenhaus der Beleuchtung natürlich gewisse Grenzen. Es wäre ein Ding der Unmöglichkeit, jedes einzelne Produkt wie im Theater zu inszenieren. Hinzu kommt, dass eine Kaufhausbeleuchtung nicht nur Waren ins beste Licht rücken muss. Sie soll zudem die Orientierung im Gebäude erleichtern und dafür sorgen, dass sich Angestellte und Kunden wohl fühlen. „Ziel des Beleuchtens ist es letztlich, ein positives Einkauferlebnis und eine optimale Warenpräsentation zu kombinieren“, fasst Hartwig zusammen.

Zwei Millionen Artikel, eine Beleuchtung

Mit diesem Ziel vor Augen entwickelte Andreas Hartwig mit seinen Kollegen ein neues Beleuchtungskonzept für eines der renommiertesten Warenhäuser der Schweiz – den Jelmoli Department Store im Herzen von Zürich, der auf sechs Stockwerken rund zwei Millionen Artikel anbietet. Die Beleuchtung des Gebäudes war in die Jahre gekommen. Die alten Gasentladungslampen, bei denen ein stehender Lichtbogen zwischen zwei Elektroden erzeugt wird, entsprachen nicht mehr dem Stand der Technik und mussten häufig gewartet werden. Die neue Beleuchtung sollte keine solchen Effekte mehr erzeugen und stattdessen einen einheitlichen Eindruck hinterlassen. „Dank Einsatz modernster LED-Technik hatten wir die Möglichkeit, vom Erdgeschoss bis ins dritte Obergeschoss die Mischtemperatur von 3500 Kelvin zu verwenden“, sagt Hartwig. Die neue Lösung eignet sich für die Beleuchtung fast aller Warengruppen – vom weißen Hemd über den silbernen Kochlöffel bis zum knallroten Bikini. Damit die Verkaufsflächen gleichmäßig in Licht getaucht werden, haben Hartwig und seine Kollegen zudem die Leuchtdichten angepasst. Ebenso wurden Wand- und Warenbeleuchtung aufeinander abgestimmt. Das verbessert die Kontrastverhältnisse, erhöht die Übersichtlichkeit und erleichtert die Orientierung.

Effizienteres Licht, weniger Kühlung

Angesichts der ästhetischen Qualitäten der neuen Beleuchtung geht leicht vergessen, dass am Ursprung dieses Projektes etwas ganz anderes stand: Die Siemens-Ingenieure sollten den Department Store auf energetisches Optimierungspotenzial abklopfen. Ihre Analyse ergab, dass die Betreiber in drei Bereichen massiv sparen können: bei der Belüftung, bei der Kälteproduktion und beim Licht. Allein beim letzten Punkt konnte durch die Umstellung auf neueste LED-Technologie eine beachtliche Einsparung erzielt werden. „Die neuen Leuchten verbrauchen 60 Prozent weniger Energie als die alten“, sagt Andreas Hartwig. Die Anschlussleistung der Beleuchtungsanlage habe um mehrere hundert Kilowatt gesenkt werden können. Zugleich wirkt sich die effizientere Beleuchtung vorteilhaft auf die anderen untersuchten Gewerke aus: „Die neuen Leuchtmittel geben weniger Wärme ab. Dadurch konnten wir auch die Lüftungs- und Kühlungsanlagen sparsamer auslegen“, sagt Hartwig. Es habe sich gelohnt, die drei Bereiche gemeinsam zu untersuchen – ansonsten wären solche versteckten Sparpotenziale verborgen geblieben.