Meetingsituation
Industrie
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Arbeitsplatz der Zukunft

Projekt untersuchte, wie man attraktive Arbeitsplätze für Produktentwickler schafft - Fokus auf Genderperspektive.

Komplexe Aufgaben gleichzeitig lösen, eine große Anzahl an Spezialsoftware beherrschen, schnell effektive Lösungen finden. Die Arbeit von Produktentwicklern ist anspruchsvoll. Von der Qualität ihrer Arbeit hängt ab, ob ein Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt, denn produzierende Unternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung innovative Produkte immer schneller zu entwickeln. Doch wie kann man Produktentwickler bestmöglich in ihrer Arbeit unterstützen? Im Projekt „Ge:Engineering“, von der FFG im Rahmen von FEMtech gefördert, erforschte VIRTUAL VEHICLE gemeinsam mit Siemens Mobility Graz und Simplease den Engineering-Arbeitsplatz der Zukunft. Die Ergebnisse tragen dazu bei, die Zusammenarbeit im Entwicklungsprozess bei Industrieunternehmen, speziell im Fahrzeugbereich, zu verbessern.

„Die von uns entwickelte Forschungsmethode ermöglicht Produktentwicklungsarbeit systematisch zu untersuchen und gezielte Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten“, sagt Projektleiter Alexander Stocker von VIRTUAL VEHICLE. 40 Ingenieure und Ingenieurinnen wurden mit Hilfe von Interviews und Fragebögen zu Wahrnehmungen und Anforderungen ihres Arbeitsplatzes befragt. Anhand der Antworten konnten die Forscher neun Dimensionen von Spannungsfeldern identifizieren. Ein Spannungsfeld besteht immer dann, wenn sich die volle und gleichzeitige Erfüllung zweier Ziele gegenseitig ausschließt. Die Spannungsfelder geben einen Einblick in die Arbeitswelt von Produktentwicklern und in die Strategien, mit denen sie versuchen, die Herausforderungen ihres Arbeitsalltages zu bewältigen. „Vorgesetzte erwarten von spezialisierten Arbeitskräften, dass sie ausschließlich fachliche Aufgaben erledigen, während diese zunehmend auch administrative Aufgaben bewältigen müssen“, beschreibt Stockers Kollege Manfred Rosenberger das übergeordnete Spannungsfeld in der Produktentwicklung.

Kommunikation, Kooperation und Koordination

Mithilfe eines sogenannten Konzeptdemonstrators zeigt das Team Lösungen für die identifizierten Spannungsfelder auf. „Ein Beispiel ist, wie Aufgaben organisiert und durchgeführt werden. Meist planen Projektleiter und Produktentwickler Arbeitsaufgaben in eigenen, voneinander unabhängigen Planungswerkzeugen. Die notwendige Abstimmung verursacht zusätzlichen Aufwand“, erläutert Rosenberger. Als Lösungsansatz wurde im Konzeptdemonstrator das Informationstool „Fortlaufendes Protokoll“ entwickelt, das die Kommunikation, Kooperation und Koordination zwischen den Ingenieuren unterstützt. Technische Lösungen sind aber nicht immer die beste Antwort, um die Zusammenarbeit von Wissensarbeitern zu optimieren, weiß Organisationsexperte Stocker. „Ein webbasiertes Informationssystem verursacht womöglich einen zusätzlichen Aufwand, weil Mitarbeiter Fragen schriftlich beantworten müssen, die zum Teil noch gar nicht gestellt wurden. Ein mündlicher Austausch geht meist schneller. Dafür reicht es aus, zu wissen, wer Ansprechpartner für ein bestimmtes Thema ist“, meint Stocker.

Genderunterschiede in der Produktentwicklung

Besonders berücksichtigt wurde im Projekt die Genderperspektive. „Wir setzen bei Siemens Mobility Graz vielfältige Maßnahmen, um den Anteil an Technikerinnen im Unternehmen zu erhöhen. Wir wollen Arbeitsplätze so gestalten, dass sie auch von Frauen als attraktiv wahrgenommen werden. Eine höhere Anzahl von Ingenieurinnen in der Produktentwicklung führt dazu, dass Frauen ihre persönlichen Perspektiven und Anforderungen stärker einbringen, wodurch wettbewerbsfähigere Produkte entstehen“, sagt Vera Schretter von Siemens Mobility Graz. Stocker zollt dem Forschungspartner diesbezüglich Anerkennung: „Siemens agiert hier bereits sehr vorbildlich. Aus Genderperspektive haben wir kaum Aspekte gefunden, in denen die Produktentwicklungsarbeit weiter verbessert werden kann.“ Tatsächlich konnten im Projekt wenige Unterschiede zwischen den befragten Ingenieurinnen und Ingenieuren festgestellt werden. Ein quantitativer Vergleich zeigte lediglich, dass Produktentwicklerinnen etwas zufriedener mit dem Arbeitsplatz und dem Führungsstil direkter Vorgesetzter sind. Produktentwickler dagegen sind etwas zufriedener im Hinblick auf die Erledigung von Aufgaben. 

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