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Die Fabrik der Zukunft

2 Min. Lesezeit
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08. Oktober 2019
Im Zuge des Gainer Industriefestivals spricht Rainer Brehm über KI in der Industrie und mehr.

Wieso brauchen wir intelligente Automatisierungskonzepte?

Rainer Brehm: Unternehmen der Fertigungsindustrien agieren heute in hochdynamischen Märkten und stehen vor Herausforderungen wie höhere Flexibilität, kürzere Time-to-Market, größere Effizienz auf höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandard. Mit Intelligenten Automatisierungskonzepten und dem gezielten Einsatz von künstlicher Intelligenz, Edge- und Cloud Computing lässt sich die Flexibilität und Produktivität deutlich steigern.

Dieser Wandlungsprozess macht ein Um- und Neudenken der Fabrikautomation bis hin zu neuen Geschäftsmodellen erforderlich. Mit anderen Worten: es erfordert eine neue Architektur, mit der sich die komplexen und anspruchsvollen Herausforderungen der Zukunft bewältigen lassen.

  • Rainer Brehm spricht am Gainer Industriefestival über die Zukunft der Industrie.
    Siemens
    Rainer Brehm spricht am Gainer Industriefestival über die Zukunft der Industrie.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in der Industrieautomatisierung?

Eine der Technologien, die die Fabrikautomation neu definieren werden, ist künstliche Intelligenz (KI). Sie kann eingesetzt werden, um das Engineering der Automatisierungstechnik zu vereinfachen. Dies kann beispielsweise durch KI-basierte Assistenzsysteme erfolgen. Es geht aber bis zu autonomen Systemen, bei denen nur noch die Automatisierungsaufgabe formuliert wird und der Weg zur Realisierung vom System selbst gefunden wird.  Mir ist bewusst, das hört sich alles nach Zukunftsmusik an, aber wir sind an konkreten Anwendungen dran. Im Siemens Elektronikwerk in Amberg kommt bei der Herstellung von Simatic Steuerungen eine Fräsmaschine zum Einsatz. Anhand von Daten aus der Maschine erkennen Algorithmen, wann die Frässpindel der Maschine ersetzt werden muss, noch vor deren Ausfall. Durch KI-gestützte Anomalie-Erkennung und Zustandsüberwachung können so geplante Wartungsarbeiten vorgenommen und Ausfallzeiten verringert werden. Künstliche Intelligenz kann auch verwendet werden, um Prozesse zu optimieren, Vorhersagen zu treffen und Unregelmäßigkeiten zu entdecken.

Mit Sicht auf den deutschsprachigen Raum: Was funktioniert im Bereich der Automatisierung schon gut und wo gibt es noch Aufholbedarf?

Der deutschsprachige Maschinen- und Anlagenbau ist Innovationen gegenüber immer offen und setzt schnell neue Technologien ein, um die Produktivität zu steigern und die Qualität der produzierten Produkte zu verbessern.

Nachholbedarf sehe ich im Bereich der Verarbeitung von digitalen Daten. Für eine nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit ist eine Entwicklung neuer Geschäftsmodelle auf Basis dieser digitalen Daten wichtig, um den gesamten Lebenszyklus der Anlage im Blick zu haben.

Wie sehen unsere Fabriken in 20 Jahren aus?                       

Die Fabrik der Zukunft wird aus hochflexiblen und miteinander vernetzten Systemen bestehen. Statische Linienstrukturen werden teilweise durch automatisierte Zellen ersetzt und dynamisch zum Fertigungsfluss verbunden. Zellen bieten Fähigkeiten („Skills“) an, die einfach erweitert werden können. Ziel ist es, Losgröße 1 zu den Kosten einer Massenfertigung anbieten zu können.