Aufnahme eines Siemens Bioprozesslabors
Die Industrie forscht im Living Lab Process Industries an effizienteren, günstigeren und qualitativ hochwertigeren Produktionsmethoden.
Industrie
2 min

Digitalisierung in der Medizin

Individuelle Krankheitsbilder verlangen nach individuellen Medikamenten.

Das Living Lab Process Industries ist eine europaweit einzigarte Industrie 4.0 Pilotanlage, die eine reale Demonstration von biotechnologischen Produktionsprozessen ermöglicht. Wesentliche Aktivitäten sind die praxisbezogene Umsetzung von Forschungsthemen in Form von Projekten bzw. Case-Studies, an welchen Kunden von Siemens ebenso wie Mitarbeiter, z.B. in Form von Schulungen, partizipieren können. Im Labor in der Wiener Siemens Zentrale zeigen Forscher, wie mit intelligenter Mess- und Automatisierungstechnik die Herstellung von Medikamenten effizienter gemacht werden kann.

Medikamente kostengünstig entwickeln

Eine Million Euro kostet eines der teuersten Medikamente der Welt. Es kann die seltene Stoffwechselerkrankung LPLD heilen, bei der Betroffenen das Gen fehlt, das ihrem Körper hilft, Fett zu verwerten. Dass viele Medikamente sehr teuer sind, kommt nicht von ungefähr. Die Entwicklung neuer Arzneimittel und Wirkstoffe ist sehr kostenintensiv und zeitaufwändig. Nicht zuletzt spielen auch die Herstellungsprozesse eine Rolle. Sie unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften und müssen etliche Qualitätsmerkmale erfüllen um die Gesundheit der Patienten zu gewährleisten. Ob das fertige Medikament mit den vorher definierten Produktmerkmalen übereinstimmt, wird üblicherweise erst am Produktionsende in einem streng festgelegten Verfahren überprüft. Treten Abweichungen auf, wird die Charge nicht freigegeben. Rückrufaktionen und Lieferengpässe können die Folge sein. Oft ist es zudem schwierig, die Gründe für die Fehlproduktion ausfindig zu machen, wodurch es zu wiederholten Verlusten kommen kann. Die Lösung dieses Produktionsdilemmas liegt in der Digitalisierung über den gesamten Anlagenzyklus – vom Engineering und Betrieb bis hin zur laufenden Optimierung. Dafür entwickeln Forscher im industrieweit einzigartigen Living Lab Process Industries intelligente Mess- und Automatisierungstechnologien, die nicht nur für eine kosteneffiziente Produktion sorgen, sondern auch personalisierte Medikation ermöglichen. 

Maßgeschneiderte Medizin

Künftig wird der Trend zur personalisierten Medizin die Fertigung kleiner Serien forcieren. Maßgeschneiderte Medikamente könnten die Wirkung von Arzneimitteln vorhersehbarer machen und Nebenwirkungen minimieren. „Für die Produktionsprozesse bedeutet das, sie müssen erheblich flexibler werden. Der Schlüssel dafür liegt in der entsprechenden Automatisierung von Anlagen, die einen schnellen Wechsel von Rezepturen und Prozessfolgen ermöglicht“, sagt Werner Schöfberger von Siemens Process Industries and Drives.

Individuelle Medikamenten-Kleinstserien werden perfekt an den einzelnen Menschen und seine Bedürfnisse angepasst. Das stellt große Herausforderungen an die Produktion und deren Prozesse. Nicht zuletzt erfordert es
eine komplexe Verzahnung von technischer und wirtschaftlicher Unternehmensstruktur bis hin zu Logistik und der Interaktion mit dem einzelnen Individuum. Da eine exakte und gleichzeitig flexible Abstimmung der einzelnen Produktionsprozesse erforderlich ist, rücken Themen wie cloud-based Applications oder Scheduling in den Vordergrund. Daniela Buchmayr, Group Director Innovation and Application Development at GEA CEE GmbH, erklärt dazu: „Wir haben zum ersten Mal die Chance mit innovativen autologen Zelltherapien Krebserkrankungen wirklich zu heilen, statt sie nur zu behandeln. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir völlig neue Lösungen für die Produktion, für das Datenmanagement und für die Logistikkette. Denn die für diese Zelltherapien notwendigen Medikamente müssen für tausende individuell zu behandelnde Patienten aus dem jeweils eigenen Zellmaterial möglichst schnell und gleichzeitig produziert und jedem Patienten zur Verfügung gestellt werden können. Erst die digitalen Technologien und intelligente, selbstlernende Automatisierungstechnik ermöglichen einen breiten, wirtschaftlich tragfähigen Einsatz dieser neuen Therapiemöglichkeiten.“

Meistgelesene Artikel
Energie
8 min

Power für Bolivien

Energie von Siemens treibt Wirtschaft und Stromversorgung in Bolivien voran.

Insgesamt hat Siemens 14 Gasturbinen SGT-800,11 Dampfturbinen vom Typ SST-400 mit Kondensatoren, 22 Dampfgeneratoren, das Mess- und Regelsystem SPPA-T3000, 25 elektrische Generatoren und 25 Transformatoren an drei verschiedene Kraftwerksstandorte in Bolivien geliefert.

Weiterlesen
Mobilität
8 min

Formel 1 nach neuen Regeln

Weltmeisterauto von Infiniti Red Bull Racing mit Siemens PLM-Software entwickelt

Zeit und Zuverlässigkeit sind im Renngeschäft ausschlaggebend für den Erfolg. Minimale Änderungen in der Konstruktion beeinflussen das Fahrverhalten.

Seit 2014 können die Ingenieure von

Weiterlesen
Energie
8 min

Power für Bolivien

Energie von Siemens treibt Wirtschaft und Stromversorgung in Bolivien voran.

Insgesamt hat Siemens 14 Gasturbinen SGT-800,11 Dampfturbinen vom Typ SST-400 mit Kondensatoren, 22 Dampfgeneratoren, das Mess- und Regelsystem SPPA-T3000, 25 elektrische Generatoren und 25 Transformatoren an drei verschiedene Kraftwerksstandorte in Bolivien geliefert.

Weiterlesen
Energie
8 min

Power für Bolivien

Energie von Siemens treibt Wirtschaft und Stromversorgung in Bolivien voran.

Insgesamt hat Siemens 14 Gasturbinen SGT-800,11 Dampfturbinen vom Typ SST-400 mit Kondensatoren, 22 Dampfgeneratoren, das Mess- und Regelsystem SPPA-T3000, 25 elektrische Generatoren und 25 Transformatoren an drei verschiedene Kraftwerksstandorte in Bolivien geliefert.

Weiterlesen