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Lena und Corina (beide in der Mitte) freuen sich über eine angenehme Atmosphäre und nette Kollegen.

Frauenpower in der Technik

3 Min. Lesezeit
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11. Dezember 2018
Lena und Corina haben eine klare Meinung, wenn es um ihre Arbeit geht: Frauen können das Gleiche leisten wie Männer.

Die beiden Lehrmädchen Corina und Lena sind mittlerweile im 2.Lehrjahr der technischen Ausbildung bei Siemens in Wien. Im Interview erzählen sie von ihrer Entscheidung, den Schritt in die Technik zu wagen.

 

Die Elektrotechnik gilt immer noch als männerdominiertes Metier – warum habt ihr euch für diese Ausbildung entschieden?

 

Corina: Ich war auf einer HAK – aber das hat mich ehrlich gesagt überhaupt nicht interessiert. Danach hat mir die Jugendwerkstatt geholfen: Ich konnte in einige Berufe reinschnuppern und habe schnell gemerkt, dass mich Elektrotechnik am meisten interessiert. Als ich noch auf der HAK war, hatte ich das Gefühl, dass es schon einige Mädels gab, die andere Interessen hatten, aber bei denen das Umfeld gesagt hat: ‘Mach doch lieber eine Ausbildung zur Kindergärtnerin oder irgendwas mit Gastronomie oder vielleicht Frisöse‘.

 

Lena: Als Kind habe ich mich schon für Technik interessiert und mit sogenanntem mädchenuntypischem Spielzeug gespielt. Was andere dazu gesagt haben, ist mir aber immer egal gewesen und ich wurde von meiner Mutter glücklicherweise in allem unterstützt – sie hat mir auch beim Finden eines Lehrberufs geholfen. Auch das Jugendcoaching vom AMS hat mich unterstützt, letztendlich hat mich das AMS sogar auf die Stellenausschreibung für meine jetzige Lehrstelle aufmerksam gemacht. Es wäre schön, würden sich mehr Mädchen bewerben, aber ich glaube viele trauen sich einfach nicht.

 

Siemens gibt durch verschiedene Aktionen, wie beispielsweise den Töchtertag, jungen Mädchen Möglichkeiten, sich für Technik zu begeistern. Warum haben immer noch so viele Frauen Hemmungen, technische Berufe auszuüben?

 

Lena: Eine Freundin von mir wurde von ihrer Familie in eine bestimmte Richtung gepusht, hatte nach Abschluss der Landwirtschaftlichen Schule auch ein paar Vorstellungsgespräche in Restaurants – sie wusste aber die ganze Zeit, dass es nicht wirklich was für sie ist und nun macht sie eine ganz andere Ausbildung. Würde es mehr Praxiswochen oder sonstige Möglichkeiten in Schulen geben, sich mit – insbesondere technischen – Berufen auseinanderzusetzen, würden sicher einige Mädchen beim Schnuppern merken, dass solche Tätigkeiten sehr wohl was für sie sind. Vielleicht interessiert es ja wirklich viele, aber sie wissen es gar nicht – gesellschaftlich bedingt denken die meisten Frauen nur an „Frauenberufe“ und wissen nichts von ihren Talenten.

  • Frauenpower in der Siemens Lehrwerkstätte: Frauen und Technik ist längst kein Widerspruch mehr.
    Siemens
    Frauenpower in der Siemens Lehrwerkstätte: Frauen und Technik ist längst kein Widerspruch mehr.

Was würde sich in der Lehrwerkstätte ändern, wenn ihr mehr Kolleginnen hättet?

 

Corina: Ich glaube, dass sich die Arbeit bei uns in der Lehrwerkstätte nicht verändern würde, wären mehr Frauen da. Eine Frau kann die Arbeit genauso gut machen, manchmal vielleicht sogar besser wie ein Mann. Wir merken das an den Feinarbeiten, Lena und mir fällt das viel leichter.

 

Werdet ihr anders behandelt als eure Kollegen? Gibt es einen Rat, den ihr anderen Mädchen mitgeben wollt?

 

Lena: Die Arbeit wird uns natürlich nicht leichter gemacht als den Jungs in unserem Lehrjahr, wir arbeiten genauso fleißig und lernen das Gleiche. Die Arbeitsatmosphäre und unsere neue Lehrwerkstatt sind super. Den Mädchen, die eine technische Ausbildung anstreben, möchte ich mitgeben: Macht das was euch wirklich interessiert. Darin seid ihr am besten.

 

Corina: Ich möchte allen Mädchen, die etwas machen wollen, was vielleicht nicht so typisch Mädchen ist, mitgeben: Traut euch und macht was euch interessiert. Falls es mehr Jungs als Mädchen in eurer Traumlehre geben sollte: keine Sorge, vor den Burschen braucht man keine Angst haben. Ich habe mich eigentlich immer besser mit Burschen als mit anderen Mädchen verstanden, vielleicht hatte ich deswegen auch keine Angst vor den vielen Jungs. Allerdings wurden wir auch sehr gut unterstützt. Am Anfang unserer Lehre hat gleich ein Kennenlern-Seminar mit verschiedenen Aktivitäten wie Grillen oder Klettern stattgefunden. Da waren Berufsschullehrer, Ausbilder und eben die Lehrlinge unseres Jahrgangs dabei und wir konnten uns kennenlernen. Zwischendurch gibt es auch immer wieder Exkursionen wie eine Fahrt nach Tirol, wo wir uns ein Kraftwerk angeschaut haben, oder aber auch Fußball-Turniere, Teambuilding-Tage… ziemlich viel also.