Industrie
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Hightech für den Schlüssel zum Leben: Eine kurze Geschichte des Wassers, Teil 2

Wir stellen in den nächsten Wochen Projekte rund um die Ressource Wasser vor. Thema der Woche: Trinkwasser aus dem Meer

Sauberes Wasser ist für uns in Österreich selbstverständlich. Dabei übersieht man leicht, dass es zunehmend eng wird für den Schlüssel zum Leben! Obwohl 71 Prozent der Erde mit Wasser bedeckt sind, haben dennoch Milliarden von Menschen weltweit keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser. Auch Landwirtschaft und Industrie sind von einer ausreichenden Wasserversorgung abhängig. Der Klimawandel verstärkt diese Probleme noch durch extreme Wetterereignisse wie Hochwasser, Dürre und Stürme. Die meisten Regionen der Welt sind mittlerweile direkt betroffen – der Sommer 2021 hat dies auch in Österreich noch deutlicher gemacht!

Wasser als Thema der Gegenwart und Zukunft
Das Thema Wasser nimmt bei Siemens einen sehr hohen Stellenwert ein. Mit jahrzehntelanger Erfahrung, den neuesten digitalen Technologien und dem Willen, die besten und sichersten Lösungen zu schaffen, arbeiten wir jeden Tag daran, …
… Trinkwasser in trockenen Gebieten nachhaltig zu gewinnen,
… Wasser sicher und ausreichend zur Verfügung zu stellen,
… Wasserverluste in Leitungsnetzen möglichst gering zu halten,
… Abwasseranlagen laufend effizient und sicher zu betreiben und bei alldem
… Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung in den Vordergrund zu stellen!

Wir wollen dem wichtigen Thema Wasser einen angemessenen Platz einräumen und stellen daher in den nächsten fünf Wochen verschiedene Sichtweisen, Lösungen und Beispiele in unserem hi!tech Blog vor.

Meerwasserentsalzung Al Khafji
Meerwasserentsalzung Al Khafji
Meerwasserentsalzung Al Khafji
Meerwasserentsalzung Al Khafji

Thema der Woche: Trinkwasser aus dem Meer

Selten ist sauberes Trinkwasser so eine Selbstverständlichkeit wie in Österreich. Nicht nur im nördlichen Afrika oder im Nahen Osten herrscht extreme Wasserknappheit. Die Entsalzung von Meerwasser bietet daher die einzige Chance, nachhaltig zusätzliche Trinkwasserressourcen zu erschließen. Unsere Siemens-Fachleute verfügen über hohes Verfahrens-Know-how in diesem Segment und sind weit gereist, um Meerwasserentsalzungsanlagen in den trockensten Gebieten der Erde in Betrieb zu setzen.  Unsere Erfahrung und unsere Technologien tragen dabei insbesondere zu einem energieoptimierten und ressourcenschonenden Anlagenbetrieb bei. Für die Betreiber der Anlagen stehen vor allem die Kosten im laufenden Betrieb im Fokus. Hier ist es essenziell, die Hebel und Stellschrauben in einem komplexen Prozess zu kennen, um für den Kunden das optimale Ergebnis zu erreichen. Stehen daneben große, freie Flächen zur Verfügung, kann punkto Energieversorgung der hohe Bedarf an elektrischer Energie aus Photovoltaik bezogen werden, wie das Beispiel „Meerwasserentsalzung Beispiele Al Khafji“ perfekt zeigt. 

Energieautark dank Sonnenenergie: Meerwasserentsalzung Al Khafji
In Saudi-Arabien entstand die weltgrößte Entsalzungsanlage mit neuester Siemens-Technologie. Die Dimension des Projekts ist gigantisch: Insgesamt wog die Ausrüstung für Al Khafji 425 Tonnen und umfasste 37.000 Artikel.

Bereits 2017 hat Siemens Österreich im Auftrag von Rawafid Industrial und Advanced Water Technology (AWT) an der Küste des Persischen Golfs eine Anlage zur Trinkwassergewinnung errichtet. Die fertiggestellte Umkehrosmose-Entsalzungsanlage Al Khafji, im Nordosten Saudi-Arabiens, ist die weltweit größte solarbetriebene Anlage ihrer Art. Die Gesamtkapazität der Anlage beläuft sich auf 60.000 Kubikmeter Süßwasser pro Tag, bei einer Leistungsaufnahme von nur drei Kilowattstunden pro Kubikmeter. Das liegt unter dem üblichen Verbrauchswert und wird zu deutlichen Energieeinsparungen beitragen. Durch den effizienten Einsatz der Sonnenenergie reduziert die Anlage den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß im Vergleich zu Anlagen, die mit Energie aus nicht erneuerbaren Quellen versorgt werden, erheblich. Zudem sichert die Siemens-Technik eine Anlagenverfügbarkeit von rund 98 Prozent.

425 Tonnen Hochtechnologie in Al Khafji
Modernste technische Features kennzeichnen die Meerwasser-Entsalzungsanlage Al Khafji aus. Siemens entwarf eine umfassende Lösung für die elektro- und automatisierungstechnische Ausrüstung einschließlich der Transformatoren. Diese beinhaltet unter anderem NXPLUS C Mittelspannungsverteilung, SIVACON S8 Niederspannungsverteilung, SIVACON 8PS Stromschienenverteilsysteme, SIPROTEC Schutzsysteme, SINAMICS Frequenzumrichter, SCALANCE industrielle Kommunikationstechnologie und SITRANS Prozessmesstechnik zur Überwachung von Durchfluss, Füllstand, Druck und Temperatur. Das Steuerungssystem für Stromerzeugung und -verteilung sowie Wasseraufbereitung basiert auf dem Prozessleitsystem SIMATIC PCS 7. 

Und es geht weiter…
Der Erfolg in Al Khafji zog bereits Folgeaufträge nach sich, etwa das Projekt Sorek (Israel), welches über 1,5 Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt, was rund 20 Prozent des kommunalen Wasserbedarfs des Mittelmeerstaates ausmacht. Wie in Al Khafji kommt auch in Israel als Leittechnik das Prozessleitsystem SIMATIC PCS 7 zum Einsatz. 

Derzeit arbeitet Siemens Österreich an einem weiteren Großprojekt in Saudi-Arabien. Hier werden verschiedene Wasseraufbereitungsanlagen an acht Standorten entlang der Westküste errichtet. Diese Meerwasseraufbereitungsanlagen verfügt über eine Gesamtkapazität von ca. 240.000 Kubikmeter pro Tag und ist auf eine Leistungsaufnahme von nur drei Kilowatt pro Kubikmeter ausgelegt, was unter üblichen Anlagenwerten liegt und zu deutlichen Energieeinsparungen beitragen wird. Siemens liefert die komplette Prozessautomatisierung auf Basis SIMATIC PCS7. Der Lieferumfang beinhaltet Hardware- und Software Engineering, PCS7-Automatisierung, Mittel- und Niederspannungsumrichter, Industrial Ethernet-Netzwerkstechnik, die Prozessinstrumentierung sowie die Inbetriebnahme der Gesamtanlagen. Besonders erwähnenswert ist, dass dieses Projekt auf Grund der Wasserknappheit in der Region und trotz der Corona-Pandemie einem straffen Zeitplan folgen musste. Die Software-Inbetriebnahme und Optimierung der Anlagen mussten daher aus der Ferne – sprich aus Österreich – durchgeführt werden, da Siemens-Techniker nicht nach Saudi-Arabien anreisen konnten. 
 

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