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von Siemens Österreich

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Maschinenbauunternehmen wollen ihre Softwarekompetenzen weiter ausbauen - doch ist das wirklich der richtige Weg?

Kernkompetenz im Maschinenbau

2 Min. Lesezeit
hi!future
08. Februar 2019
Maschinenbauer wollen zunehmend ihre eigene Softwarekompetenz aufbauen. Aber ist das wirklich ihre Kernkompetenz?
In Zentraleuropa blickt man sehr stolz auf die lange Tradition im Maschinenbau zurück. Die Erwartungen an die Digitalisierung sind mitunter groß. So mancher Maschinenbauer steckt sich da hohe Ziele. Vielleicht zu hoch? Aber Daten sind das „Gold der Zukunft“ und damit ist der Kreativität der Ingenieure fast keine Grenzen gesetzt. „Smarte“ Produkte werden mit Datensammlern ausgestattet, die sogar sensible Daten beim Kunden abgreifen sollen. Aber wo genau liegt der Wert dieser Datenberge?

Entfernung von den Kernkompetenzen

Maschinenbauer wollen zunehmend ihre eigene Softwarekompetenz aufbauen. Aber ist das wirklich ihre Kernkompetenz? Und selbst wenn Sie es schaffen ein schönes neues Softwareprodukt zu kreieren. Was dann? Lizenzen verkaufen? Oder wie könnte das Geschäftsmodell dazu aussehen? Diese kurze Geschichte mag etwas überzogen wirken, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass sich Unternehmen tatsächlich so dem Thema digitale Transformation bzw. Industrie 4.0 nähern. Aus einem traditionellen Maschinenbauunternehmen, das im Markt sehr gut positioniert ist und sich diese Stellung mit einem klaren USP bei Produkten und Kernkompetenzen erarbeitet hat, wird auf Druck ein Softwareunternehmen gemacht. Denn das ist Industrie 4.0? Die Geschäftsmodelle dahinter erinnern aber eher an ein Bankinstitut als an einen klassischen Maschinenbauer. Ich frage mich also, kann es tatsächlich das Ziel eines Maschinenbauers sein, sich durch die digitale Transformation so weit von seiner Kernkompetenz zu entfernen? Ist es wirklich notwendig, sich die digitale Kompetenz ins eigene Unternehmen zu holen? Wäre es nicht sinnvoller sich für diese Anforderungen oder Herausforderungen der digitalen Transformation die richtigen Partner zu suchen?

Das Rad neu erfinden

Einem externen Partner wird dabei gerne vor den Latz geknallt, dass seine etablierten Lösungen nicht praxisgerecht seien. Was entsteht sind interessante Konsortien, die sich zusammenschließen, um ihre Anforderungen in neue Softwareprodukte einzuarbeiten. Konkurrierende Unternehmen kooperieren plötzlich, um ein Anforderungsprofil zu erarbeiten, damit dann die hauseigene Programmierabteilung ein „neues“ Softwareprodukt aus der Taufe heben kann. Leider haben solche Konsortien oft wenig Erfahrung mit Softwareentwicklung, Rechtsfragen und Vermarktung. Aber Hauptsache das Rad wurde wieder neu erfunden.  

Consulting by Siemens

Siemens prophezeit, dass die Digitalisierung so ziemlich alles verändern wird. Gleichzeitig beobachten wir, dass z. B. Maschinenbauunternehmen nicht wissen, wie sie die digitale Transformation am besten anpacken sollen. Gerade KMU müssen darauf vertrauen können, dass Investitionen in Digitalisierung langfristig die richtigen sind. Genau aus diesem Grund bietet Siemens seit einiger Zeit Digitalisierungs-Consulting an. Im Rahmen eines solchen Consultings entwickeln wir nach einer ausführlichen Analyse Phase gemeinsam mit dem Kunden eine detaillierte Digitalisierungs-Roadmap: mit Zeitplan, Technik-Empfehlungen und Return-on-Investment-Daten.
Weitere Informationen:
Leonhard Muigg ist als Industrie 4.0-Koordinator der Siemens AG Österreich tätig. Er fungiert als Kommunikator zwischen den Siemens-Bereichen und den Industriepartnern, um das Thema Industrie 4.0 zu positionieren und voranzutreiben. In einer Kooperation mit dem Factory-Magazin schreibt der Digitalisierungsexperte Leonhard Muigg für den Blog "Tech Crashers". Factory: Digitalisierung: Maschinenbau besinn dich auf deine Kernkompetenzen hitech: Raum für neues Denken hitech: Werkstoffe unter Hochspannung