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von Siemens Österreich

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Roboter, die mithilfe von KI einfache Arbeitsabläufe erlernen, können in Zukunft zur Unterstützung von Menschen in Fabriken, Großlagern oder auch Krankenhäusern und Pflegeheimen eingesetzt werden. Derzeit befassen sich bei Siemens rund 200 Experten mit Datenanalytik und Neuronalen Netzen.

Lernfähige Maschinen

2 Min. Lesezeit
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13. November 2018
Künstliche Intelligenz revolutioniert die Industrie- und Arbeitswelt – wir stecken mittendrinnen.

Seit den 1950er-Jahren arbeiten Computerwissenschaftler an Programmen, die der menschlichen Intelligenz so ähnlich sind, dass sie diese in bestimmten Anwendungen ersetzen können – die Rede ist von Künstlicher Intelligenz (KI). Nach einem Hype in den 1980er-Jahren und dem darauffolgenden „Winter der KI“, in denen die Prognosen sich nicht erfüllten, haben letztlich die spektakulären Erfolge in jüngster Zeit die KI-Forschergemeinde davon überzeugt, dass intelligente Maschinen nicht nur die Aufgaben von Menschen übernehmen können, sondern auch ganz neue Technologien entstehen werden.

Siemens-Forscher waren in den 1990er-Jahren unter den ersten, die künstliche Neuronale Netze für innovative Lösungen nutzbar machten: für die Optimierung von energieintensiven Stahlwerken. Heute befassen sich bei Siemens rund 200 Experten mit Datenanalytik und Neuronalen Netzen.

Interdisziplinäres Forschungsgebiet

Künstliche Intelligenz – im Englischen Artificial Intelligence (AI) oder auch Cognitive Computing genannt – ist innerhalb der Computerwissenschaften ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das je nach Zielrichtung Lösungen aus Mathematik, Informatik, Sprach- und Bilderkennung (Computer Vision) sowie Robotik verarbeitet. Seit es darum geht, Computern Gefühle wie Mitleid, Freude oder Hilfsbereitschaft beizubringen, sind außerdem Modelle aus der Psychologie und der Philosophie gefragt. Und weil Computerprogramme auch Entscheidungen treffen  –  beispielsweise beim Autonomen Fahren oder bei Verwaltungsaufgaben von Versicherungen –, muss die Rechtswissenschaft viele Fragen klären, allen voran die von Haftungsansprüchen.

Vielfältige Einsatzgebiete

Roboter, die mithilfe von KI einfache Arbeitsabläufe erlernen, können in Zukunft zur Unterstützung von Menschen in Fabriken, Großlagern oder auch Krankenhäusern und Pflegeheimen eingesetzt werden. Programme, die autonom Entscheidungen treffen, werden bald einfache Verwaltungstätigkeiten wie Archivieren und Schriftverkehr zu standardisierten Vorgängen erledigen können. Vernetzte E-Mobilität, bei der sich autonome Fahrzeuge untereinander abstimmen, um den optimalen Verkehrsfluss zu erzielen, könnten die Megacities vor einem Verkehrskollaps bewahren und somit lebenswerter gestalten. Einen großen Nutzen sehen Experten in medizinischen Diagnosesystemen, die darauf trainiert sind, Anomalien zu erkennen und erste Interpretationen zu liefern.

Daten als Erdölschatz des 21. Jahrhunderts

KI-Technologien läuten nach Ansicht von Experten einen Paradigmenwechsel im wirtschaftlichen Geschehen ein. Nicht der Einsatz von Kapital und auch nicht der von Arbeitskraft wird über wirtschaftliches Wachstum entscheiden. Stattdessen wird es darum gehen, wie Industrienationen die Chancen, die neue Technologien auf der Basis von Künstlicher Intelligenz eröffnen, nutzen können. Die Grundlage für dieses neue Wachstum sind Daten. Der Wert dieser Daten für unsere Industrie- und Arbeitswelt der Zukunft ist vergleichbar mit dem von Erdöl in den 1970er-Jahren. Daten sind der Grundstoff für Maschinelles Lernen: Je mehr Daten eine Software verarbeitet, desto präziser kann sie beispielsweise Fehler erkennen, Voraussagen treffen, Sprache erkennen oder Bewegungen ausführen.