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In der "neuen" Sonntagskogelbahn 2 im Snow Space Salzburg sorgt eine neuartige Antriebstechnik für Transportkomfort und -sicherheit der Wintersportler.

Zukunftssicherer Bahnbetrieb

2 Min. Lesezeit
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17. April 2019
Sonntagskogelbahn 2 in Salzburg profitiert von moderner Siemens-Antriebstechnik.

Seit der Wintersaison 2018/2019 können im Snow Space in Salzburg acht statt vier Skifahrer pro Lifteinheit in der neuen Hightech-Sesselbahn Sonntagskogel 2 auf den Gipfel befördert werden. Möglich wurde das unter anderem durch den Einsatz moderner Antriebstechnik von Siemens. Dabei wurde auf ein Getriebe zwischen Elektromotor und Seilscheibe verzichtet. Eine präzise Drehzahlregelung mit Geberunterstützung steigert den Komfort. Diese Kombination, die eine Getriebewartung überflüssig macht und optimale Regelungsmöglichkeiten bietet, kommt hier zum ersten Mal zum Einsatz. Sie unterscheidet auch die Sonntagskogelbahn 2 von anderen Sesselbahnen. 

Hochmoderne, neue Antriebstechnik

Das regelungstechnische Herz der Bahn bilden die getriebelose Antriebslösung bestehend aus einem Synchron-Motor (90 polig) der Firma Doppelmayr und zwei redundant aufgebauten Frequenzumrichterschränken Sinamics S120 Cabinet Modules-2. Das System besteht aus zwei Sinamics S120 Active-Line-Modulen und zwei neu entwickelten S120 Chassis-2 Motormodulen. Die wichtigsten Vorteile dieser neuen Geräte sind der geringere Platzbedarf, die robuste Gesamtkonstruktion sowie ein effizienter Betrieb gepaart mit vereinfachtem Service. Hinzu kommt die erhebliche Gewichtsreduzierung, schließlich wiegen die Sinamics S120 Chassis-2 gerade einmal 160 Kilogramm statt der 450 Kilogramm der vorherigen Geräte. Die robuste Gesamtkonstruktion der Frequenzumrichter reduziert zudem die Verlustleistung und die Geräuschentwicklung der Motoren erheblich. Die Steuerung erfolgt über eine fehlersichere Simatic S7-1500F-Steuerung in Kombination mit einer dezentralen Peripherie Simatic ET 200S. Für die Bedienung setzt Frey auf ein Touch Panel TP-700B. Frey ist Siemens-Lösungspartner aus Innsbruck und im Rahmen des Projektes mit der elektrotechnischen Antriebs-, Automatisierungs- und Visualisierungslösung sowie dem Anlagenengineering beauftragt. Das Engineering der gesamten Lösung findet im Siemens-Engineering-Framework TIA (Totally Integrated Automation) Portal statt.

Redundanter Systemaufbau für maximale Sicherheit

In der Sonntagskogelbahn 2 liegen zwei gleichartige Direktmotoren konzentrisch vertikal übereinander und sind über eine zentrale Welle mechanisch miteinander verbunden. Zwei Sinamics S120-Einspeisungen und zwei Sinamics S120 Chassis-2 Motormodule lassen sich wechselweise miteinander verschalten, so dass nicht nur beim modular aufgebauten Antrieb, sondern auch bei der Antriebssteuerung die gewünschte doppelte Redundanz gegeben ist. „Bei einem Teilausfall sind die Betreiber dennoch in der Lage, die Anlage zur Sicherheit der Personen leer zu fahren“, erklärt CEO der Firma Frey, Karl Prammer.

Projekterfolg beflügelt zukünftige Pläne

"Die Sonntagskogelbahn 2 ist momentan die innovativste Sesselbahn, die wir hier betreiben", so Wolfgang Hettegger, Technik-Vorstand im Snow Space Salzburg. Die Bahn befördert in 38 Sesseln pro Stunde rund 3.600 Personen über 200 Höhenmeter auf den Sonntagskogel – etwa 25 Prozent mehr Fahrgäste als die Vorgängerbahn. Da ist es verständlich, dass schon die nächsten beiden Projekte, die Sonntagskogelbahn 3 und Flying Mozart, in den Startlöchern stehen.