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Kläranlage Innsbruck setzt bei Bioabfall-Aufbereitung auf Durchflussmessung mit Siemens-Technik.
Industrie
2 min

Strom aus Schlamm

Kläranlage Innsbruck setzt bei Bioabfall-Aufbereitung auf präzise Durchflussmessung.

Die Kläranlage der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB AG) ist eine der modernsten in Europa. Bis zu 165.000 Kubikmeter Abwasser aus Innsbruck und Umgebung werden hier täglich mechanisch und biologisch gereinigt und dem Wasserkreislauf wieder zugeführt. Hinzu kommt die Aufbereitung von rund 8.000 Tonnen Bioabfall, der zusammen mit dem Klärschlamm zur Biogaserzeugung genutzt wird. 
Um die aus dem Bioabfall entstehende Biomasse im Prozessverlauf optimal überwachen zu können, sind zuverlässige Durchfluss-Messungen nötig. Dazu kommen in der Kläranlage die magnetisch-induktiven Durchflussmesser (MID) Sitrans Transmag 2 von Siemens zum Einsatz, die mit getaktetem Wechselfeld arbeiten.

Unempfindlich gegenüber Störungen

Bevor der Bioabfall dem Klärschlamm zugeführt und mit diesem weiterverarbeitet wird, wird er von Störstoffen wie Plastik, Steinen und Metall grob gereinigt. Mit einem Hydrozyklon – einem Fliehkraftabscheider für Flüssiggemische – werden anschließend Restverunreinigungen abgeschieden. Für die Erfassung der Durchflussmengen im Laufe dieses Prozesses werden aufgrund der elektrischen Leitfähigkeit des Gemisches meist magnetisch-induktive Durchflussmesser (MID) eingesetzt. Die Biomasse durchfließt dabei ein elektrisches Magnetfeld. Je nach Fließgeschwindigkeit, davon abhängiger induzierter Spannung und dem Rohrdurchmesser lässt sich die Durchflussmenge ermitteln. Die meisten MID arbeiten mit Gleichstrom, was jedoch bei beispielsweise hohem Fettanteil in der Biomasse zu Störungen an den Elektroden und damit zu ungenauen Messungen führen kann. Der Durchflussmesser Transmag 2 von Siemens arbeitet daher mit einem getakteten Wechselfeld. Das Magnetfeld des Siemens-Geräts ist zehn Mal stärker als das bei Gleichstrom-MIDs, wodurch selbst bei Schwebstoffen in der Biomasse oder Störungen im Magnetfeld präzise Messungen, Nullpunktstabilität und ein starkes Signal sichergestellt werden.

Integrierte Zuverlässigkeit

Zudem kann Transmag 2 durch eine Referenzspule Störgrößen wie Magnetfeld-, Spannungs- und Temperaturschwankungen kompensieren und misst selbst bei kleinsten Leitfähigkeiten von bis zu 0,1 Mikrosiemens pro Zentimeter (µs/cm) sehr zuverlässig. Applikationsbedingte Störungen können per Knopfdruck beseitigt werden. Dafür wird über den integrierten parametrierbaren Schlamm-Modus ein Toleranzband eingestellt – liegt ein Messwert außerhalb dieses Bandes, wird er innerhalb der definierten Austastzeit mit dem Vorgängerwert verglichen und daraus ein Mittelwert gebildet. Somit liefert das Gerät auch bei kurzzeitigen Störungen zuverlässige Messwerte. Das aus Biomasse und Klärschlamm erzeugte Biogas wird einem Blockheizkraftwerk zugeführt. Der daraus gewonnene Strom beläuft sich auf 21 Megawattstunden täglich – genug für 1.600 Vierpersonenhaushalte. Für die Weiterentwicklung der Kläranlage zu einem Fernheizkraftwerk erhielt die IKB AG bereits den Epcon Energiepreis.
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