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von Siemens Österreich

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Siemens hat im Jahr 2017 die meisten Patente von allen deutschen Unternehmen beim Europäischen Patentamt angemeldet, gefolgt von Robert Bosch und BASF.

Ausgezeichneter Erfindergeist

3 Min. Lesezeit
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07. März 2018
Das Europäische Patentamt veröffentlicht Rangliste der anmeldestärksten Länder weltweit.

Siemens hat im Jahr 2017 die meisten Patente von allen deutschen Unternehmen in Europa angemeldet, gefolgt von Robert Bosch und BASF. Zudem konnte sich Siemens im Ranking der anmeldestärksten Unternehmen vom sechsten auf den zweiten Platz verbessern. Rang eins ging erstmals an das chinesische Unternehmen Huawei. 2017 meldete Siemens in Europa 2.220 Erfindungen als Patent an – rund 19 Prozent mehr als noch im Vorjahr und damit so viele wie kein anderes Unternehmen unter den Top-10. Das Europäische Patentamt (EPA) hat heute in Brüssel die aktuellen Statistiken veröffentlicht.
„Die Platzierung beweist, dass wir unsere Innovationskraft weiter steigern konnten“, sagt Beat Weibel, Leiter der Patentabteilung von Siemens. „Unser Augenmerk liegt aber nicht nur auf der reinen Anzahl, sondern auch auf der Qualität und der breiten regionalen Aufstellung unserer Schutzrechte. Vor allem die Digitalisierung und die Bedeutung des Service-Geschäftes machen breitere Abdeckungen notwendig.“

Erfindungen und Patente aus Österreich

Mitarbeiter von Siemens Österreich haben im Geschäftsjahr 2017 mehr als 150 Erfindungen angemeldet. Im gleichen Zeitraum wurden 90 Patente für österreichische Siemens-Erfindungen eingereicht. Insgesamt arbeiten bei Siemens in Österreich mehr als 1.000 Menschen in der Forschung und Entwicklung. Auch die Siemens Erfinder des Jahres 2017 kamen aus Österreich: Andreas Lugmaier von Siemens und Friedrich Kupzog vom AIT wurden bereits vergangenen Dezember für eine Erfindung ausgezeichnet, die das Stromnetz intelligenter macht. Die beiden Forscher haben eine Software entwickelt, die aus einer sehr großen Menge Daten erkennt, welche Wege der Strom im Netz einer Stadt nimmt. Die derzeitigen Niederspannungsnetzte werden praktisch blind betrieben. Das Mehr an Informationen ist künftig notwendig, um Stromnetze effizienter zu betreiben und fit für erneuerbare Energien, Batteriespeicher oder Elektromobilität zu machen. Andreas Lugmaier ist bei Siemens verantwortlich für die Entwicklung von Technologien für das industrielle Internet of Things. Er hat bisher insgesamt zehn Erfindungen gemeldet und zeichnet für 16 Einzelpatente verantwortlich, die in neun Patentfamilien geschützt sind. Insgesamt hält Siemens 63.000 Patente weltweit. Mitarbeiter von Siemens haben im Geschäftsjahr 2017 rund 7.450 Erfindungsmeldungen eingereicht. Bezogen auf 220 Arbeitstage sind das ca. 34 Erfindungen pro Tag.

Schützen, Verteidigen und Verwerten

Dicht am Forscher dran sein, das ist der Schlüssel für ein Patentportfolio, das sich nicht durch schiere Größe, sondern durch hohe Qualität auszeichnet. Beat Weibel, Leiter der Siemens-Patentabteilung bei Corporate Technology, erklärt, wie die Patentstrategie dabei hilft, den Wert des geistigen Eigentums von Siemens zu steigern und es zugleich besser zu schützen.

Mehr Qualität statt Quantität, das heißt, Siemens schaut bei Patenten nicht mehr so auf die Statistiken. Ist das die neue Patentstrategie?
Weibel: Ja, wir dürfen nicht nur auf reine Platzierungen schauen, auch wenn sie als Indikator durchaus wichtig sind. Die schiere Zahl von Patentanmeldungen sagt allein noch nichts über die Qualität eines Patentportfolios aus.

Und darauf kommt es Ihnen an?
Weibel: Richtig. Unsere Verantwortung umfasst das gesamte geistige Eigentum von Siemens, also alle Intellectual Property Rights – kurz: IP –, nämlich Patente, Marken- und Namensrechte sowie Gebrauchsmuster und Designs. Die IP-Strategie steht auf drei Säulen: Schützen, Verteidigen und Verwerten.

In China werden inzwischen weltweit die meisten Patente angemeldet. Macht Ihnen das Sorgen?
Weibel: Nein, nicht wirklich. Wir überwachen den Markt sehr intensiv. Es werden vor allem Gebrauchsmuster oder weniger werthaltige Einzelpatente angemeldet, das erklärt die große Zahl an Anmeldungen. Gegen störende Schutzrechte gehen wir auch in China aktiv und erfolgreich vor. Mehr Sorge bereitet mir die Tatsache, dass chinesische Wettbewerber vermehrt auf traditionelle westliche Märkte drängen. Diese Entwicklung lässt sich auch an den Patentanmeldungszahlen ablesen.

Das komplette Interview mit Beat Weibel und mehr zu Innovationen bei Siemens finden Sie hier.