Der Blog zum Innovationsmagazin
von Siemens Österreich

0%
hi!biz
"Ich sammle Informationen, sehe mir an, was bereits auf dem Markt ist, und überlege mir dann bessere Technologien!" Vermund Kaarstad hat eine automatisierte Steuerung und eine Regelungsstrategie erfunden, mit der Jack-up-Plattformen stabil im Meeresboden verankert werden.

Herausragende Erfindung

2 Min. Lesezeit
hi!biz
17. Dezember 2018
Damit Hubinseln sicher auf dem Meeresboden stehen wird eine automatischen Steuerung und Regelungsstrategie genutzt.
Für den Bau von Windparks auf See und für Öl- und Gasförderung braucht man Jack-up-Plattformen, die mit ihren bis zu 200 Meter langen Beinen im Meeresboden verankert werden. Das gelingt heute in der Regel mittels einer automatisierten Steuerung, die Vemund Kaarstad entwickelt hat. Der umtriebige Experte von Process Industries & Drives arbeitet in Oslo, Norwegen. Tag und Nacht stehen die Kolosse über Jahrzehnte im offenen Meer und trotzen der Kraft von Wind und Wellen. Wenn eine Plattform erst einmal fest auf dem Meeresboden steht, wirft sie so schnell nichts um. Die heikle Phase ist die Installation im offenen Meer: Die riesige Anlage verfügt typischerweise über drei oder vier Beine, die bis zu 200 Meter lang sein können. Diese Beine müssen mithilfe von bis zu 96 Motoren auf den Meeresboden abgesenkt und dort verankert werden. Dann heben die Motoren die ganze Konstruktion aus dem Wasser.

Neue Regelungsstrategie sorgt für mehr Sicherheit

„Früher brach bei diesem Vorgang schon manchmal ein Bein ab“, erklärt Kaarstad. Investitionen in Millionenhöhe waren damit futsch, von der Gefahr für die Menschen ganz zu schweigen. Kaarstad entwickelte ein Steuerungssystem samt Regelungsstrategie, das mittels der Motoren die Beine automatisiert absenkt und beim Anheben der Jack-up-Plattform aus dem Wasser kontrolliert, wie stark die jeweilige Belastung ist. Jeder der elektrischen Motoren mit variabler Drehzahl ist mit einer elektromechanischen Bremse und mit einem Sensor, der die Geschwindigkeit des Motors an das Kontrollsystem weitergibt, ausgestattet. An jedem Bein ist je ein Motor mit einer Stoppfunktion angebracht, die das gesamte System vor zu schneller Absenkung schützt. Auch die Bremsen werden automatisiert und aufeinander abgestimmt gesteuert. Mit Kollegen von Siemens Niederlande und in Kooperation mit der niederländischen Konstruktionsfirma GustoMSC optimierte Kaarstad das Design.

Überzeugendes System

Das System GustoMSC-Siemens überzeugte bereits mit seinen ersten Prototypen die großen Unternehmen der Öl- und Gasförderung im Meer. Heute sind Hubinseln auch beim Bau von Offshore-Windparks im Einsatz. Bis heute hat Siemens das System über 70-mal verkauft, und weitere große Aufträge sind bereits in Planung.

Auszeichnung für findige Forscher

Siemens zeichnet seit 1995 herausragende Forscher und Entwickler aus, deren Erfindungen in erheblichem Maße zum Unternehmenserfolg beitragen. Ji Long Yao wurde als Erfinder des Jahres in der Kategorie „Talente“ ausgezeichnet. Darunter fallen die Newcomer: Ihre Studienjahre liegen noch nicht lange zurück, doch innerhalb weniger Jahren bei Siemens haben die Preisträger bereits zahlreiche Erfindungen gemacht. Ihre Begeisterung für Technologie, ihre Kreativität und ihre Zielstrebigkeit haben ihnen und ihrer Arbeit großen Respekt und hohe Anerkennung in den Fachkreisen eingebracht.