Der Blog zum Innovationsmagazin
von Siemens Österreich

0%
hi!future

Intelligenter Assistent

2 Min. Lesezeit
hi!future
06. Februar 2014
Roboter CADDY zeichnet Tauchgang auf und denkt mit

Berufstaucher arbeiten für wissenschaftliche und technische Zwecke häufig in rauen und schwer überschaubaren Umgebungen, in denen die kleinste unerwartete Störung oder Unaufmerksamkeit des Tauchers zu technischem Versagen führen und den Taucher in Gefahr bringen kann. Diese Risiken versucht man zur reduzieren, indem Taucher zu zweit arbeiten und sich an genau definierte Regeln halten, um so sie die Wahrscheinlichkeit von Unfällen zu reduzieren. "Dieses Vorgehen ist für anspruchsvolle Tauchgänge nicht immer ausreichend. Die Taucher bewegen sich in komplexen 3D-Umgebungen, tragen umständliches Equipment mit sich und richten ihre Aufmerksamkeit auf Details des Einsatzes", so Karl Grammer vom Department für Anthropologie der Universität Wien. Ein europäisches Forschungskonsortium hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, einen neuen kognitiven Tauchroboter, den "Cognitive Autonomous Diving Buddy", kurz CADDY, zu entwickeln, der in der Lage ist, das Verhalten und den physischen Zustand des Tauchers zu interpretieren.

Symbiotische Verbindung zwischen Taucher und Roboter

"Wir werden für dieses Projekt Algorithmen entwickeln, die die inneren Zustände des Tauchers und sein Verhalten automatisch und in Echtzeit überwachen. Diese Berechnungen basieren auf langjährige Erfahrungen unseres Teams", erklärt Verhaltensforscher Karl Grammer. Ziel von CADDY ist die Entwicklung einer symbiotischen Verbindung zwischen dem Taucher und einer Reihe von autonomen Begleitrobotern. Dieses kognitive, aus mehreren Komponenten bestehende Robotersystem wird das Verhalten und den physischen Zustand des Tauchers zu interpretieren lernen – und es wird sich daran anpassen.

Ein Konsortium aus sieben europäischen Partnern arbeitet seit Jänner 2014 an dem Projekt CADDY, das von der Europäischen Kommissionen mit 3,7 Millionen Euro über drei Jahre gefördert wird. Karl Grammer vom Department für Anthropologie der Universität Wien, leitet die österreichische Projektkooperation. Projektkoordinator ist die Fakultät für Elektrotechnische Ingenieurwissenschaften der Universität Zagreb, weitere Partner sind das Instituto Superior Tecnico in Portugal, die Jacobs Universität Bremen, das Consiglio Nazionale delle Ricerche in Italien, die University of Newcastle Upon Tyne in Großbritannien und die Divers Alert Network Europe Foundation (DAN Europe), ansässig in Malta.

Weitere Informationen
CADDY auf Youtube

Wissenschaftlicher Kontakt
Ao. Univ.-Prof. Dr. Karl Grammer
Department für Anthropologie
Universität Wien
1090 Wien, Althanstraße 12-14
T +43-1-4277-547 66
karl.grammer@univie.ac.at
www.urbanethology.at