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Erst war es nur eine einfache Schmiedewerkstatt, dann die „k.k. privilegierte Wagenfabrik Johann Weitzer“ und heute ist es das innovative Weltkompetenzzentrum von Siemens Mobility.

Innovation aus Graz seit 1854

2 Min. Lesezeit
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02. August 2018
Was vor 164 Jahren als kaiserliche Wagenfabrik begann, ist heute ein innovatives Weltkompetenzzentrum für Fahrgestelle.

Im Jahr 1854 gründete der gelernte Huf- und Wagenschmid Johann Weitzer in Graz eine bescheidene Schmiedewerkstätte auf dem heutigen Firmengelände, die aber nicht lange bescheiden blieb. Denn umfangreiche Aufträge für den Bau von Wagen machten aus der Werkstätte binnen drei Jahre die „k.k. privilegierte Wagenfabrik Johann Weitzer“. Einer der ersten Aufträge war der Bau von Wagen, die für die Errichtung des Suezkanals bestimmt waren. Man produzierte Postfahrzeuge, Sanitäts-, Ökonomie- und Luxuswagen und belieferte damit nicht nur alle österreichischen Kronländer, sondern auch so ferne Länder wie Russland, Java und sogar Australien. Neben den Wagen stellte man bald auch Dampfmaschinen, Dampfkessel und landwirtschaftliche Maschinen her. 1870 hatte man in Graz bereits einen Beschäftigungsstand von 1500 Mitarbeitern erreicht. Das rasche Wachstum führte bereits 1872 zur Gründung der Aktiengesellschaft „Grazer Waggon-, Maschinenbau- und Stahlwerksgesellschaft“. In Mitteleuropa war das Werk für Konstruktion und Bau von Schienenfahrzeugen richtungsweisend. Es produzierte auch Motoren nach Originalpatenten von Rudolf Diesel, die weltweit angesehen waren. Ebenso erfolgreich war die Produktion von elektrischen Straßenbahnen, Trieb- und Anhängewagen für Lokalbahnen nach Wien, Graz, Linz, Brünn, Abbazia, Sarajevo und Pressburg. 1934 übernahm die „Simmeringer Maschinen- und Waggonbaufabrik AG“ die „Grazer Waggon- und Maschinenfabriks-Aktiengesellschaft vormals Weitzer“. Mit der Eingliederung des Wiener Paukerwerkes entstand 1941 die Simmering-Graz-Pauker AG (SGP) für Maschinen-, Kessel- und Waggonbau mit den Standorten Wien und Graz. Im zweiten Weltkrieg erlitt das Werk massiven Schaden und wurde schließlich 1946 von der Republik Österreich als Eigentum übernommen. Bis Ende der achtziger Jahre war die SGP ein erfolgreiches Vorzeigeunternehmen der verstaatlichten Industrie in Österreich. Das Grazer Werk produzierte über 20.000 Güter- und Spezialwagen, 18.000 Containerwagen, fast 500 Lokomotiven, hunderte Straßenbahnwagen und über 1.000 Drehgestelle. Ende der achtziger Jahre näherten sich die Unternehmen Siemens und SGP an, um in Zukunft Gesamtanbieter von Schienenfahrzeugen zu werden.

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1994 beteiligte sich Siemens AG Österreich mit 74%  SGP Verkehrstechnik GmbH. Seither ist das traditionsreiche Unternehmen ein Partner der Siemens Schienenfahrzeuggruppe – und operiert damit im Verband eines der drei weltweit größten Systemanbieter für Bahntechnik. Seit 2001 ist die Siemens SGP eine 100-prozentige Tochter der Siemens AG. 2004 wurde der Name in Siemens Transportation Systems GmbH & Co KG (STS) umgewandelt. Seit Oktober 2009 ist die STS voll in die Mobility Division der Siemens AG Österreich integriert und gehört seit Juli 2018 zur Siemens Mobility GmbH. Graz ist das Weltkompetenzzentrum für Fahrwerke von Siemens Mobility. Am Industriestandort Graz Eggenberg steht heute eine der größten Fabriken die Hightech-Fahrwerke entwickelt, produziert und weltweit liefert.