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Der Cityjet eco ist die Alternative für nicht-elektrifizierte Strecken, die heute größtenteils mit dieselbetriebenen Personenzügen befahren werden.

Umweltfreundlich unterwegs

2 Min. Lesezeit
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12. September 2018
Innovative Akkus von Siemens Mobility sorgen für 50 Prozent weniger CO2-Ausstoß auf nicht-elektrifizierten Zugstrecken.
Die Herausforderungen heutiger Mobilität sind vielfältig. Das Verkehrsaufkommen steigt und mit ihm die Anforderungen an den modernen Bahnbetreiber. Schnell muss die Verbindung sein, pünktlich und absolut sicher. Gleichzeitig ist Dekarbonisierung ein erklärtes Ziel, das bei Innovationen und neuen Entwicklungen mitzudenken ist. Hier sind flexible, funktionale Systeme gefragt, mit denen sich bestehende Ressourcen besser nutzen lassen. Systeme, die hochverfügbar und zuverlässig einen attraktiven sowie wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Betrieb garantieren – und dabei konsequent für zufriedene Fahrgäste sorgen. Diese gestiegenen Erwartungen und Anforderungen sind in die Entwicklung des Nahverkehrszuges Desiro ML von Siemens eingeflossen.

Dekarbonisierung dank elektro-hybridemn Batterieantrieb

Um auch die Dekarbonisierung auf nicht-elektrifizierten Bahnstrecken voranzutreiben und damit eine umweltschonende Personenbeförderung zu ermöglichen, entwickelt Siemens Mobility für die ÖBB einen elektro-hybriden Batterieantrieb – den Cityjet eco vom Typ Desiro ML. Dieser macht es möglich, dass der Zug auf elektrifizierten Bahnstrecken Energie über seinen Stromabnehmer aufnimmt und gleichzeitig in den neu mitgeführten Batterien speichert. Diese Energie kann für den Betrieb auf nicht-elektrifizierten Strecken genutzt werden. Sobald der Zug die elektrifizierte Strecke verlässt, speisen die Batterien das Energieversorgungssystem des Zuges. Gemeinsam mit den ÖBB wird diese Technologie nun in einem Pilotprojekt in den kommenden Monaten in der Praxis auf Herz und Nieren geprüft und zur Serienreife weiterentwickelt.

Einsatz von Lithium-Titanat-Batterien

Der Cityjet eco ist die Alternative für nicht-elektrifizierte Strecken, die heute größtenteils mit dieselbetriebenen Personenzügen befahren werden. Im gemeinsamen Pilotprojekt mit Siemens sichern sich die ÖBB als eine der ersten europäischen Bahnen wertvolle Erkenntnisse und können damit ihre Angebotsqualität für die Fahrgäste und die Nachhaltigkeit ihrer Flotte weiter ausbauen. Nach umfangreichen Tests des Zuges findet ein erster Einsatz im Fahrgastbetrieb voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019 statt. Das Pilotprojekt wird mit einem Zug aus der aktuell für die ÖBB laufenden Serienproduktion des Siemens Desiro ML umgesetzt. Die Batterieanlage am Mittelwagen des umgebauten Triebfahrzeuges 119 (4746 049) der Serie Desiro ML umfasst drei Batteriecontainer, zwei DC/DC-Steller, einen Batteriekühler sowie weitere Elektronikbauteile. Zum Einsatz kommen Lithium-Titanat-Batterien (LTO-Technologie). Diese modifizierten Batterien erlauben – verglichen mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien – deutlich höhere Ladeströme zur Schnellladung. Durch ein spezielles thermisches Konzept der Batteriecontainer wird erwartet, dass es keinen Einfluss auf die Lebensdauer und den Ladezustand der Akkus aufgrund äußerer Witterungsverhältnisse geben wird. Die Lebensdauer der Batterien soll bei Serienreife rund 15 Jahre betragen, was zur Folge hätte, dass sie über die Gesamtnutzungsdauer des Zuges nur einmal gewechselt werden müssen.

Komforterlebnis auf Österreichs Schienen

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und beschleunigungsstarken Antrieben ist der Desiro ML bestens ausgerüstet. Für tiefere Bahnsteige in der Region sind Schiebetritte und ein Hublift auf jeder Seite vorhanden. Durch die Kombination modernster Technologien, bewährter erprobter Technik und Berücksichtigung aktueller Normenanforderungen (z. B. Crashfestigkeit und Umweltanforderungen) setzt der ÖBB Cityjet neue Maßstäbe im modernen Schienenverkehr, u.a. auch im Bereich Fahrgastkomfort.