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von Siemens Österreich

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Weltweit arbeiten rund 6.000 Menschen mit Behinderung bei Siemens. Inklusion ist bei für den Konzern daher ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur und der Diversity-Strategie.

Karriere ohne Barriere

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06. Juni 2018
Seit 1996 haben 120 junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen bei Siemens Österreich eine Elektroniklehre absolviert.

Weltweit arbeiten rund 6.000 Menschen mit Behinderung bei Siemens. Inklusion ist für den Konzern ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur und der Diversity-Strategie. Angefangen von einer inklusiven, zukunftsorientierten Ausbildung bis hin zu einer zukunftsweisenden Gestaltung von barrierefreien Arbeitsplätzen, insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung und „Arbeiten 4.0“. "Handicap und Karriere sind kein Widerspruch. Deshalb legen wir großen Wert darauf, die individuellen Stärken unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzuerkennen. Das ist für uns alle ein Gewinn", erklärt Janina Kugel, Chief Human Resources Officer und Mitglied des Vorstands der Siemens AG.

  • Victor Jan Zeilinger (l.) und Verena Gerbasich (r.)
    Siemens
    Victor Jan Zeilinger (l.) und Verena Gerbasich (r.)

Österreichweit einzigartiges Ausbildungsangebot

Seit 1996 haben rund 120 junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen bei Siemens Österreich eine Ausbildung im Lehrberuf Elektronik absolviert. Der Beruf kann dabei innerhalb von dreieinhalb Jahren ohne Lehrzeitverlängerung erlernt werden. Das besondere Ausbildungsangebot für gehörlose bzw. schwerhörige Jugendliche in der Siemens-Lehrwerkstätte in Wien Floridsdorf ist österreichweit einzigartig. Die Ausbildung erfolgt mit finanzieller Unterstützung und in Kooperation mit dem Sozialministeriumservice und dem AMS. Wesentliches Ziel der Ausbildung ist die Integration der gehörlosen Jugendlichen in die Gruppe der hörenden Kollegen. Generaldirektor Wolfgang Hesoun über das Engagement von Siemens Österreich: „Im Interesse junger Menschen an Wissenschaft und Technik liegt viel verborgenes Potential. Wir fördern dies bereits seit vielen Jahren. Gänzlich unabhängig von körperlichen Einschränkungen, Herkunft oder auch Geschlecht sollte alleine die Neugier, Motivation und das Interesse ausschlaggebend für den weiteren Berufsweg sein. Wir müssen Jugendlichen Mut machen, Möglichkeiten aufzeigen und Berührungsängste abbauen. Nur so können wir dieses Potential heben und einen erfolgreichen Start ins Berufsleben ermöglichen.“

Mehr als 2.000 Fachbegriffe in Gebärdensprache übersetzt

Eine besondere Herausforderung ist es, Fachbegriffe für elektronische Bauteile oder Werkzeuge zu unterrichten. Daher werden in einem Sprachlabor bei Siemens Österreich Übersetzungen von Fach- und Fremdwörtern in Gebärdensprache erarbeitet und erlernt. Für viele technische Fachbegriffe gab es bis zum Start des Integrationsprogramms gar keine Gebärden – mehr als 2.000 Fachbegriffe für besondere Materialien, Spezialwerkzeuge sowie komplizierte Abläufe wurden bisher im Sprachlabor entwickelt. Die Sprache von Technologiekonzernen ist stark vom Englischen geprägt. Logisch, Unternehmen wie Siemens sind weltweit vertreten und vernetzt; zugleich sollen die Abteilungen einheitlich benannt sein. Also wählt man die Weltsprache Englisch. Die Fachleute des Siemens Accessibility Competence Center (ACC) beraten die Siemens-Bereiche intern zu Fragen der Barrierefreiheit, sind in nationalen und internationalen Gremien vertreten, beteiligen sich an Förderprojekten und forschen und entwickeln Systeme und Produkte im Auftrag anderer Unternehmen.

In Zusammenarbeit mit externen Kurseinrichtungen bietet Siemens behinderten Mitarbeitern eigens auf ihre Bedürfnisse angepasste Maßnahmen an. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt auf Vorschlag der örtlichen Schwerbehindertenvertretung. Spezielle Gesundheitstrainings für Gehörlose bzw. Hörbehinderte sind dabei effektive Wege, um Menschen mit Behinderung zu unterstützen.