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Siemens hat mit dem City Performance Tool (CyPT) ein System entwickelt, das es Entscheidern in Stadtverwaltungen ermöglicht, die zielführendsten Technologien für Stadtentwicklungsprojekte auszuwählen. So kann ein maximaler ökologischer und ökonomischer Nutzen für die Stadt erzielt werden.

Planbare Lebensqualität

3 Min. Lesezeit
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14. August 2018
City Performance Tool digitalisiert Stadtdaten und berechnet die Auswirkung von 70 technologischen Hebeln auf Städte.

Erstmals kürt The Economist Wien zur lebenswertesten Stadt der Welt und auch die Mercer-Studie ernannte Wien bereits neun Mal in Folge zur Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität.

Jedoch stehen Städte auch vor großen Herausforderungen. Die Entwicklung von Städten wird auf der ganzen Welt von verschiedenen Kräften geprägt: von ihrer Bevölkerung, ihren Technologien und ihren Infrastrukturen. Urbanisierung und Klimawandel etwa sind Impulsgeber für drastische Veränderungen in Ballungsgebieten. Städte müssen die Voraussetzungen für eine ständige Weiterentwicklung schaffen: Digitale Technologien werden immer wichtiger, urbane Infrastrukturen und Gebäude müssen effizienter und nachhaltiger geplant werden. Außerdem gewinnt in modernen Großstädten die Suche nach neuen Möglichkeiten des Umweltschutzes gepaart mit einer hohen Lebensqualität zunehmend an Bedeutung. Energieeffizienz steht dabei ebenso im Fokus, wie smarte Technologien und vernetzte Systeme.
Siemens hat mit dem City Performance Tool (CyPT) ein System entwickelt, das es Entscheidern in Stadtverwaltungen ermöglicht, die zielführendsten Technologien für Stadtentwicklungsprojekte auszuwählen. So kann ein maximaler ökologischer und ökonomischer Nutzen für die Stadt erzielt werden.

Daten intelligent verknüpfen

In vielen Bereichen der Lebensqualität und Infrastruktur nimmt Wien Spitzenplätze ein. Deshalb entschied sich die Stadt bereits im Jahr 2013 dafür, gemeinsam mit Siemens ein Pilotprojekt mit dem CyPT zu starten. Die Bundeshauptstadt war weltweit die erste Pilotstadt, in der das Tool angewendet wurde, und damit Impulsgeber für die weitere Entwicklung der Software. Die Herausforderung war es dabei, bereits vorhandene Daten aller städtischen Abteilungen von Klima, Verkehr, Energie, Gebäuden bis hin zu allgemeinen Statistiken zusammenzuführen. Insgesamt wurden 350 Datenpunkte akkumuliert, digitalisiert und analysiert. Die intelligente Zusammenfassung der vorhandenen Daten passiert dabei in einer bisher nicht dagewesenen Geschwindigkeit – quasi auf Knopfdruck – quer über alle Bereiche der Stadt.
Die Datenanalyse des CyPT zeichnet ein positives Bild für Wien: Die Stadt setzt bisher bereits auf eine sehr kosteneffiziente Infrastruktur, einen guten Mix an technologischen Maßnahmen und eine sehr saubere Energieversorgung. Dennoch wird die Stadt weiterhin in die Implementierung von Cutting Edge Technologien investieren müssen, um die Klimaziele 2030 zu erreichen: Noch dichtere Verkehrsinfrastruktur im Öffentlichen Verkehr, Modernisierung der Energieverteilung, Ausbau der Erneuerbaren Energieversorgung, mehr Gebäudeisolationen und weitere Innovationen in intelligenter Straßenverkehrstechnik wären laut Berechnungen notwendig. Wenn die richtigen Hebel gesetzt werden, kann Wien seine Klimaziele bereits 2025 erreichen. Die Vorreiterrolle Wiens als Pilotprojekt hat bereits weltweit Städte zu Nachfolgeprojekten angeregt: Mittlerweile betreut Siemens mehr als 20 Städte mit dem Tool, Tendenz steigend.

Life-Cycle-System

Die Siemens-Software ist für Städte in vielerlei Entscheidungssituationen nutzbar. Eine Stadt kann die erforderliche Implementierungsrate bestimmen, um ihre zukünftigen Umweltziele zu erreichen. Darüber hinaus können die Auswirkungen der strategischen Planung einer Stadt gemessen, und traditionelle Methoden mit den neuesten Technologien hinsichtlich ihrer Vorteile und ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses verglichen werden.
Dieses Life-Cycle-System berechnet die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen einzelner Technologien in verschiedenen Implementierungsgraden und auf greift auf exklusive Daten von Siemens zu mehr als 70 Transport-, Gebäude- und Energietechnologien zurück. Im Transportwesen beurteilt das CyPT beispielsweise, wie intelligente Technologien das Verkehrsaufkommen senken können (z.B. weniger Verkehr durch Parkplatzsuche), die Verkehrsmittelwahl ändern (öffentliche Verkehrsmittel anstelle von Pkw) oder die Effizienz steigern (automatisierte Züge) und damit die Emissionen der Stadt senken. Darüber hinaus zeigt es, wo in einer Stadt durch die neuen Technologien Arbeitsplätze entstehen können. Das Modell basiert auf dem Verfahren der Ökobilanz (LCA) und baut auf der technischen Expertise von Siemens, sowie globalen Datenbanken und fundierten Kenntnissen der vertikalen Prozesse auf.  Die Angaben zu neu geschaffenen Arbeitsplätzen basieren auf Referenzprojekten und wirtschaftlichen Studien aus dem Transport-, Bau- und Energiesektor verschiedener Regionen.

CyPT-Experte Klaus Heidinger über Städte, die Siemens-Software und zukünftige Herausforderungen.